Freitag, 4. Februar 2011

Vorsicht vor importierten Hunden und deren Tierschutzorganisationen

Die jungen Hunde sind niedlich, brauchen Hilfe und kommen aus Spanien. Oder sonstwo aus dem Mittelmeerraum. Sonst kommen sie in eine Tötungsstation oder werden als Zwingerhunde in Tierheimen ein klägliches Dasein fristen. Nach diesem Mitleitdsschema importieren auch einige schwarze Schafe Hunde aus dem Ausland nach Deutschland um Geld zu kassieren und gleichzeitig wohlgemeinte Spenden für den vermeintlichen Tierschutz zu kassieren.

Die Webseite CharityWatch.de schreibt folgendes über den Verein Hundehilfe Hundeherzen e.V und setzt diesen auf die eigene Warnliste:

Schon im August 2010 hat CharityWatch.de den Verein Hundehilfe Hundeherzen e.V. auf die Warnliste gesetzt. Damals weigerte sich dieser mit dem Import von Auslandshunden befasste Verein, seine Zahlen transparent zu machen. Wie sich jetzt herausstellt, beantworten die Verantwortlichen auch keine Sachfragen zu ihrer Tierschutzarbeit. Bei einer Kontrolle eines Auslandstransports aus Spanien am 16. Januar 2011 stellte das Veterinäramt Maintal tiersuchenrechtliche Verstöße fest. Fragen zu diesem Vorgang und zu den Auslandseinfuhren von Hunden beantwortet der Verein Hundehilfe Hundeherzen nicht.

Veterinärkontrolle. Der aktuelle Transport startete nach den CharityWatch.de vorliegenden Informationen am 15. Januar 2011 morgens um acht Uhr an der spanischen Mittelmeerküste in der Nähe von Alicante. Nach einigen Zwischenstopps, an denen weitere Hunde zugeladen wurden, ging der Transport ohne Pause durch ganz Frankreich. Erst am folgenden Vormittag kam er im deutschen Maintal an. Die Veterinäre trafen dort erst verspätet ein. Nach Informationen der Pressestelle des Main-Kinzig-Kreis waren insgesamt 32 Hunde auf dem Transport, neun davon Welpen im Alter von zwölf Wochen. Nach Auskunft des Veterinäramtsleiters Friedrich-Wilhelm Jakob gab es tierschutzrechtlich keine Beanstandungen. Alle Hunde seien nach diesem rund 24 Stunden währenden Transport fit gewesen. Dagegen stellte die Fachbehörde Verstöße gegen tierseuchenrechtliche Bestimmungen fest.

Transportdienstleistung. Per Rundmail hatte der Verein Hundehilfe Hundeherzen anderen Tierschutzorganisationen angeboten, für sie Hunde nach Deutschland zu transportieren. Das ist deshalb irritierend, weil der Verein selbst mit Stand vom 17. Januar 2011 auf der Internetplattform tiervermittlung.de 99 Hunde anbietet, die sich aber überwiegend noch in Spanien aufhalten. Bei diesem Transport jedoch wurden die Plätze anderen Organisationen angedient. Die Frage, wie sich das Angebot einer solchen Transportdienstleistung mit der Gemeinnützigkeit des Vereins verträgt, wird von Hundehilfe Hundeherzen nicht beantwortet.

Saftige Preise. Für Hunde, welche Hundehilfe Hundeherzen selbst vermittelt, müssen sogenannte Schutzgebühren bezahlt werden, die deutlich über dem Üblichen liegen. Als billigste Variante gibt der Verein unkastrierte Hündinnen für 250 Euro ab. Danach sind die Preise gestaffelt und gehen bis 350 Euro für eine kastrierte Hündin. Multipliziert man den Durchschnittspreis von 295 Euro mit der Anzahl (Stand: August 2010) bisher vermittelter Hunde, nach Angaben der Vorsitzenden Margit Oeltze 2.500, ergibt das den stattlichen Betrag von 737.500 Euro. Aber auch mit der reinen Transportdienstleistung lässt sich noch Geld verdienen. Je nach Anbieter und Größe des Hundes müssen Tierschutzorganisationen pro transportierten Hund zwischen 65 und 95 Euro bezahlen. Bei 32 Hunden und einem Durchschnittspreis von 80 Euro kommen so 2.560 Euro in die Kasse, abzüglich Benzinkosten. Da manche Organisationen für die Hunde aber auch noch Transportpatenschaften einwerben, kann der Erlös durchaus noch höher liegen.

So urteilt dann auch CharityWatch abschlägig: Ein weiterer Vereine, der nicht transparent über die Verwendung von Spendengeldern informieren will. Der Transport des Vereins Hundehilfe Hundeherzen vom 15. bis 16. Januar 2011 hat nichts mit Tierschutz zu tun. Hier wird anderen Vereinen eine Transportdienstleistung angeboten. Die Transportbedingungen werden als tierschutzwidrig bewertet.

Dass der Verein für die von ihm selbst zur Vermittlung angebotenen 99 Hunde aus Spanien gar keine Interessenten findet, belegt die Vermutung, dass der bundesdeutsche Markt bezüglich importierter Hunde stark gesättigt ist.  Also, Vorsicht vor Importhunden. Den ganzen Artikel lesen Sie hier.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen