Samstag, 11. Juni 2011

Tragen Hunderassen-Listen zur Sicherheit bei?

Regelmäßig hört man in den Medien von Hundeattacken, die Menschen lebensbedrohlich verletzen oder ganz und gar umbringen. In Salzburg wurde gerade ein kleines Kind nach einem Angriff von einem Rottweiler am 6. Mai kurzzeitig aus dem Krankenhaus entlassen. So berichtet der österreichische Kurier über Hunderassen-Listen und zitiert den Tierschutzombudsmann in Salzburg: "Das Problem ist nicht die Rasse, sondern Einzeltiere. Ich kann jeden Hund scharf machen“.

Geyrhofer befürwortet eine Grundausbildung für alle Hundehalter. Dazu schreibt der Kurier.  
"Es geht um ein Handwerkszeug, um das Verhalten eines Hundes in bestimmten Situationen einschätzen zu können." Die ÖVP hatte zunächst ein Modell mit Grundausbildung für alle Hundehalter vorgeschlagen, war aber von dieser Idee wieder abgekommen. Und ein SPÖ-Mandatar betonte, man wolle nicht alte Damen mit Dackel mit einem Hundeführschein vor den Kopf stoßen. Paradoxerweise steht gerade diese Rasse in Bissstatistiken weit oben. "Wer gebissen wird, dem ist es egal, ob der Hund auf einer Liste steht oder nicht", betont Geyrhofer. Zumal jeder, der das wolle, eine Listenregelung leicht umgehen könne.

"Es gibt Hütehunde aus Asien oder Namibia, die wir noch nicht einmal kennen", meint dazu Brigitta Höck vom Österreichischen Rassehundeverein. "Die sind nicht zwingend aggressiv. Aber uns fehlt da völlig die Erfahrung. Von manchen Rassen finden sich nicht einmal Fotos im Internet." Höck, die seit 20 Jahren Hunde ausbildet, findet Prüfungen für alle Hunde begrüßenswert.  "Wer sich ein Handy kauft, liest auch die Gebrauchsanweisung."


In Europa gibt es über 200 Hunderassen und nochmals mehr Mischlingsrassen. Viele Hunde werden falsch gehalten oder die Besitzer kommen mit dem Verhalten und der Erziehung ihrer vierbeinigen Freunde nicht zurecht. Um dem entgegen zu wirken können diverse Hunderassen-Listen helfen. Denn charakterliche Eigenschaften sind bei der Erziehung zu berücksichtigen. Allerdings ist eine solche Prüfung der Halter nicht für jede Rasse notwendig. Diese Methode sollte vorwiegend auf traditionell gefährlicheren Hunderassen, die von Besitzern gerne zu "Kampfhunden" ausgebildet werden (beispielsweise American Pit Bull Terrier, Rottweiler usw.), angewendet werden.

Es kann durch die abgelegte Prüfung sicher gestellt werden, dass die Besitzer das notwendige Wissen über eine artgerechte Haltung und das Verhalten der Tiere besitzen. Allerdings kann trotzallem nicht ausgeschlossen werden, dass von Hunden deren Halter durch die sogenannten Hunderassen-Liste geprüft wurden weniger Gefahr ausgeht, da ein Tier nicht genau kontrollierbar ist und sie artspeziefische Merkmale aufweisen, die in jedem Hund stecken und jeder Zeit ausbrechen können.Einen Persilschein darf es nicht geben.

Eine allgemeine Hunderassenprüfung ist jedoch auch wieder mit gewissen Kosten verbunden, die nicht für jedermann erschwinglich sind, d.h. Tierliebhaber werden in ihrer Freiheit eingegrenzt sich einen Hund zu halten, obwohl sie evtl. das notwendige Wissen und die Fähigkeiten besitzen würden. Aus diesem Grund ist es angebracht die Sachprüfung zu niedrigen Kostenpunkten für den Halter durchzuführen, um keine soziale Abgrenzung bei der Haltung eines Hundes entstehen zu lassen. Tragen Hunderassen-Listen im Fazit zur Sicherheit bei? Welpen werden nicht als Kampfhunde geboren, sondern als solche erzogen. Letztlich liegt es an den Hundebesitzern, die richtige Ausbildung und Erziehung von Beginn an konsequent umzusetzen.

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