Dienstag, 26. Juli 2011

Ein Tabu wird gebrochen: Hunde im Duisburger Kaufhaus Zajac

Das Kaufhaus Zajac in Duisburg ist nach Angaben des Besitzers die größte Zoohandlung der Welt, von Fuchs bis Krokodil gibt es alles im Angebot. Die Kunden können unter 3000 Arten wählen.Norbert Zajac fängt die Tiere selber. Nun sollen auch Hunde angeboten werden. Ein Tabu wird damit gebrochen und zwar die Abmachung, die vor 20 Jahren vom Zentralverband der Zoohändler getroffen wurde: der offizielle Verzicht auf den Verkauf von Hunden. Dieser Verzicht wurde damit begründet, dass eine Tierhandlung den Ansprüchen der Tiere nicht gerecht werden kann. Für Zajac ist es einfach, denn er ist kein Mitglied des Verbandes.

Er investiert eine halbe Million Euro in seine Hundeanlage und möchte ab Anfang 2012 neun Wochen alte Welpen aufkaufen und verkaufen. Wenn das Geschäft gut läuft, bekommen so 1000 Hunde pro Jahr ein neues Zuhause. Seit der Bekanntgabe dieser Pläne hat es an Protesten nicht gefehlt, Hundehalter sind gegen diesen Massenbetrieb. Man fürchtet sich vor allem um die Psyche der Hunde, diese würden den Stress in einem Zoohandel nicht stand halten. Die Folge: traumatisierte Hunde, die dennoch aufgrund des Kindchen-Schemas zu Spontankäufen anregen würden. Wo Zajac die Hunde bekommen soll, ist noch nicht ganz klar. Auf diese Kritiken antwortet Zajac mit Einladungen zu Rundgängen, um zu zeigen, dass er selber ein Tierfreund ist.

Mit dem Verkauf der Tiere selbst soll Zajac wohl nur 5 % seines gesamten Gewinnes einnehmen. Die größte Einnahmequelle sind die zahlreichen Artikeln. Dennoch bleibt die Frage offen, wo er seine Hunde bekommt.

Dass das Geschäft mit süßen Welpen boomt ist schon längst keine Neuigkeit mehr. Der Schwarzmarkt bietet mit seinen erschwinglichen Preisen eine günstige Alternative für Hundeliebhabern sich einen süßen Welpen anzulegen. Angesichts der Tatsache, dass Zajac den Hunden bereits bei Ankunft im Zoohandel Impfungen und auch weitere ärztliche Versorgung, sowie genügend Nahrung und Pflege bietet, ist der Zoohandel eine vernünftige Alternative zum Schwarzmarkt, wo Tiere oft Qualen erleiden müssen, bis sie ein Zuhause finden. Um die Kritik einigermaßen zu dämpfen, müsste Zajac zumindest einige Quellen nennen, wo er seine Welpen bekommt. Kauft er diese von zuverlässigen Züchtern ab oder kauft er sie auf dem Schwarzmarkt, um damit seine Gewinne zu erhöhen? Letztendlich sollte das Hauptaugenmerk auf die Gesundheit der Hunde liegen. Wenn diese artgerecht im Duisburger Zoohandel gehalten werden, dann spricht auch nichts gegen dessen Verkauf. Andere Meinungen?

Weitere Information dazu im Spiegel.

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