Samstag, 15. Oktober 2011

Was ist die Verbandsschweißprüfung? Meisterprüfung für Hunde

Die Verbandsschweißprüfung ist der Führerschein für Jagdhunde. Bei der Verbandsschweißprüfung wird mit einem Viertel Liter Blut eines Wildtieres (Schweiß) eine mindestens 1000 Meter lange Fährte gelegt, durch Tupfen oder Tropfen mit 3 Haken und 2 Wundbetten. Die Fährte muss im Wald gelegt werden und durch wechselnden Bewuchs führen, 100 m durch Wiese oder Feld vom Anschuss an sind erlaubt. Die Fährte muss durch ein Gebiet gelegt werden, in dem es ausreichend Wildbesatz gibt, damit Verleitfährten vorhanden sind. Bei der Verbandsfährtenschuhprüfung wird diese Fährte mit Hilfe von Fährtenschuhen gelegt. Nach 20 oder 40 Stunden muss diese Fährte dann von dem Hund, der die Verbandsschweißprüfung ablegt, nachverfolgt werden.

Auf der Verbandsschweißprüfung sollen Hund und Führer zeigen, dass sie in der Lage sind, einer mit wenig Schweiß hergestellten Kunstfährte zu folgen. Sie ist in Länge und Alter so angelegt, dass ein entsprechender Durchhaltewille nötig ist, um sie bis zum Ende zu verfolgen. Wichtig ist, dass diese Kunstfährte durch Gebiete mit gutemWildbesatz führt, damit der Hund beweisen kann, dass er in der Lage ist, der Fährte trotz Ablenkung durch andere Fährten zu folgen. Denn in der Praxis wird auch genau das der Fall sein.

Der zur Prüfung angemeldete Hund muss mindestens 24 Monate alt sein und einen Nachweis auf Schussfestigkeit und einen Nachweis lauten Jagens erbracht haben. Ein Hund, der für die 40 Stunden Fährte angemeldet wird, muss bereits eine 20 Stunde Fährte erfolgreich gemeistert haben.

Typisch für die Prüfung sind die Erfahrungen aus dem Raum Gießen. Bei der Verbandsschweißprüfung des Landesjagdverbandes im Vogelsbergkreis waren Hunde der Rassen Deutsch Langhaar, Parson Russel Terrier, Kleiner Münsterländer, Tiroler Bracke, Beagle und Rauhaar Teckel angemeldet.

Bei diesen Prüfungen zeigte sich nur ein Beagle auf der 40 Stunden Fährte erfolgreich, die anderen Hunde erreichten das Prüfungsziel nicht. Dieses schlechte Ergebnis sei nicht nur der Umgebung und den Wetterbedingungen, dem Regen, Wind, starken Verleitfährten und dem schwierigen Gelände geschuldet gewesen, sondern gleichfalls überforderten Hunden und schlecht vorbereiteten Führern, die teilweise sehr laienhaft führten, mutmaßte ein Preisrichter.

An der Verbandsfährtenschuhprüfung nahmen Jagdhunde der Rassen Alpenländische Dachsbracke, Tiroler Bracke, Deutscher Wachtelhund und Rauhaar Teckel teil. Von diesen erreichten zwei Drittel das Prüfungsziel. Erfolgreich waren zwei Rauhaar Teckel, eine Tiroler Bracke und ein Deutscher Wachtelhund.

Diese Prüfung fiel relativ gut aus, was vielleicht auch darauf zurückzuführen ist, dass bei der Arbeit mit den Fährtenschuhen Abdrücke im Boden entstanden. Dadurch war es den Hunden leichter, der Fährte zu folgen. Mehr dazu hier.

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