Montag, 30. April 2012

Deutschlandweit ist Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit: 01. April bis 15. Juli

Leider ist dieser Umstand nur wenigen Hundehaltern bekannt. Aber nicht nur um hohe Bußgelder zu vermeiden, sondern auch im Sinne der Erziehung des eigenen Hundes und aus Rücksicht vor der Natur sollte während der Brut- und Setzzeit ganz genau darauf geachtet werden, dass die Hunde nicht im Gebüsch herum streunen und eine Leine tragen. Dabei variieren die Bestimmungen je nach Bundesland ein wenig, aber was ist überhaupt der Hintergrund dieser Regelung?

Darum herrscht Leinenpflicht

 

 Hier herrscht Leinenpflicht
(Foto: Herzi Pinki | Wikimedia Commons)
Die Natur unterliegt einem jährlichen Rhythmus von Ruhephase und Regeneration. Während im kalten Winter die meisten Waldtiere Winterschlaf halten und Pflanzen ihr Wachstum eingestellt haben, beginnt mit dem Frühling die Natur wieder zu erwachen. Uns Menschen fällt zunächst auf, dass die Bäume austreiben und das Gras wieder beginnt zu wachsen. Nun erwachen aufgrund der vorherrschenden Temperaturen auch die Waldtiere aus ihrem Winterschlaf. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, die Vorbereitungen für Nachwuchs zu treffen. Je früher die Jungtiere im Frühjahr geboren werden, desto bessere Aussichten haben sie nach dem Sommer auch den nächsten Winter zu überstehen. Zum Zeitpunkt der Paarung sind die Waldtiere noch agil und ständig unterwegs, sobald sie jedoch beginnen die Nestvorbereitungen zu treffen und sich an ruhige Orte zurückziehen, können bereits kleine Störungen dazu führen, dass der Nachwuchs nicht ausgetragen werden kann.

Wird ein bereits fertig gebautes Nest von einem Hund aufgestöbert, so bleibt dem trächtigen Tier vielleicht keine Zeit mehr, eine neue geeignete Bleibe zu finden. Auch später, wenn die Jungtiere bereits einige Wochen alt sind, können schon kleine Störungen dazu führen, dass eins oder mehrere Jungtiere verloren gehen. Was für den Hund ein lustiges Spiel ist, kann für das Wildtier lebensbedrohlich sein. Vergessen wir nicht, dass wir mit unseren Hunden in der Natur zu Gast sind. Der Wald, die Wiesen und auch die Flüsse und Seen gehören uns nicht. Dementsprechend müssen wir uns so verhalten, dass wir die Wildtiere nicht stören, vor allem während der für die Fortpflanzung so wichtigen Zeit im Frühling. Wenn man es von der anderen Seite betrachtet, dann bringen uns die Waldtiere eine große Toleranz entgegen. Wir bauen Wege in ihren Wald und bewegen uns mit lärmenden Kindern, spielenden Hunden und manchmal auch galoppierenden Pferden durch ihre Reviere. Obwohl es vereinzelt zu Vorfällen kommt, weichen uns die Wildtiere zum größten Teil aus. Im Gegenzug sollten wir wenigstens während ihrer Fortpflanzungszeit besondere Rücksicht auf sie nehmen.

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