Donnerstag, 19. April 2012

Hilfe für in Seenot geratene Personen: Hunde der Wasserrettung

Viele unserer Familienhunde zeigen sich regelgerecht scheu vor Wasser. Schon der Anblick des Gartenschlauches lässt sie die Flucht antreten, von der Badewanne ganz zu schweigen. Aber es gibt tatsächlich Hunde, die gerne schwimmen. Das Wasser scheint sie magisch an zu ziehen, sogar dann, wenn Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen. Aber keine Sorge, diese Hunde haben meistens nicht nur ein dickes Fell, sondern auch eine leichte Speckschicht direkt unter der Haut, sowie wasserabweisendes Fell. Aufgrund dieser Eigenschaften wurden Neufundländer in ihrer Heimat von Fischern eingesetzt. Ein enger Verwandter dieser Rasse, der ebenfalls die Leidenschaft für Wasser im Blut hat, ist der Landseer. Für ihre Arbeit im Wasser tragen sie ein spezielles Geschirr, an dem sich der in Not geratene festhalten kann, sofern er noch bei Bewusstsein ist. Andernfalls fasst der Hund die Person am Arm und zieht sie durch das Wasser an Land. 
Hund bei der Wasserrettung
(c) Wikimedia Commons

Während in Deutschland die Ausbildung der Hunde für die Wasserrettungsarbeit eher in der Sparte Hundesport gesehen wird, ist der zum Beispiel in Österreich weit verbreitet für die Absicherung von Flüssen und Seen. Hunde schwimmen nämlich vor allem größere Strecken deutlich besser und ausdauernder als wir Menschen. Ihr Fell schützt sie im kalten Wasser, wo der menschliche Rettungsschwimmer ohne wärmenden Schutzanzug nicht mehr einsatzfähig ist. Zudem lässt ihn sein sensibles Gehör deutlich früher eine in Seenot geratene Person erkennen und aufspüren. Während der Rettungshund nun der Person zur Hilfe kommt, kann der an Land verbliebene Hundeführer bereits die weiteren Rettungskräfte anfordern.

Hat der ausgebildete Wasserrettungshund seinen Teil der Arbeit erfüllt, ist nach Erreichen des rettenden Ufers wieder der Mensch am Zug um die erforderlichen Ersthilfe Maßnahmen zu ergreifen. Weitere Rettungskräfte sind derweil bereits unterwegs. In der Wasserrettung kann ein gut ausgebildetes Team aus Rettungshund und Hundeführer deutlich effektiver arbeiten, als ein Rettungsschwimmer alleine, sodass keine Zeit verloren geht. Bei Unfällen auf dem Wasser können Minuten über Leben und Tod entscheiden, der Vorteil der Hundewasserrettung liegt also auf der Hand.

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