Samstag, 14. April 2012

Welpen im Zahnwechsel – eine turbulente Zeit steht bevor

Welpen „begreifen“ ihre Welt mit den Zähnen, genauso wie Kinder es tun. Dabei ist fast nichts vor ihnen sicher. Bei wilden Wolfswelpen beobachtet man, dass die Kleinen sogar an ihren Geschwistern und den Ruten älterer Rudelmitglieder knabbern. So ist es nicht verwunderlich, dass die Welpen unserer domestizierten Haushunde ein ähnliches Verhalten zeigen. Mit acht bis zwölf Wochen ziehen die meisten Welpen in ihr neues Zuhause. Oft als Einzelhund gehalten können sie nun natürlich nicht mehr die Artgenossen beknabbern und nehmen stattdessen Teppiche, Pflanzen und Gardinen her. Davor sind auch die menschlichen Sozialpartner nicht gefeit. Die spitzen Milchzähne verursachen schon bei wenig Beißkraft einen deutlichen Schmerz, was in der Natur einerseits die Funktion hat, dass die kleinen Welpen sich gegen Feinde wehren können, andererseits beginnen dadurch die anderen Rudelmitglieder die Welpen in Ihren Freiheiten einzuschränken und Ihnen die Beißhemmung zu lehren. 
Kauspielzeug für den Hund
(c) Wikimedia Commons

Etwa im Alter zwischen vier bis sechs Monaten wechselt der Welpe sein Gebiss. Meistens bemerkt man plötzlich eine Zahnlücke zwischen den Schneidezähnen. Nach und nach wechseln auch die Eckzähne und zuletzt die Backenzähne. Während dieser Zeit kann es vorkommen, dass der Welpe plötzlich leicht aus dem Maul blutet. Dies ist kein Grund zur Sorge, es ist völlig normal. Im Einzelfall können die Zähne beim Zerrspiel in einem Stück Holz steckenbleiben. Während der Zeit des Zahnwechsels zeigen viele Welpen ein deutlich erhöhtes Kaubedürfnis. Wackelnde Zähne, Wundflächen an Stellen wo Zähne herausgefallen sind und der nachwachsende bleibende Zahn verursachen Kribbeln, Jucken und auch Schmerzen. Bieten Sie Ihrem Welpen in dieser Zeit genügend Kauspielzeug an, damit er sich nicht an Ihren Möbeln vergreifen muss. Apportierspiele vermeiden Sie am besten für die Dauer des Zahnwechsels. Manche Welpen haben außerdem Schwierigkeiten ihr Trockenfutter zu fressen. In diesem Fall weichen Sie das Futter mit Wasser ein oder geben Sie Nassfutter.

Im Alter von etwa sechs Monaten sollten alle Milchzähne dem bleibenden Gebiss gewichen sein. Kontrollieren Sie dies entweder selbst oder lassen Sie es vom Tierarzt bei der nächsten Impfung überprüfen. Im Einzelfall kommt es zu Fehlstellungen der Zähne, manchmal wächst der bleibende Zahn über den Milchzahn. Ob ein operativer Eingriff erforderlich ist, klären Sie mit Ihrem Tierarzt ab. Denn gesunde Zähne sind die Voraussetzung für ein langes und gesundes Hundeleben.

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