Sonntag, 27. Mai 2012

Die Königsdisziplin der Schnüffelnasen: Suchspiele

Geruchssinn

Hunde haben einen sehr ausgeprägten Geruchssinn.
(c) Wikimedia Commons, Autor: Elucidate.
Je länger die Schnauze des Hundes, desto besser ist sein Geruchssinn ausgeprägt. Allerdings kann auch die kürzeste Hundenase immer noch besser riechen als wir Menschen. Außerdem können Hunde feststellen, aus welcher Richtung ein bestimmter Geruch kommt. Dadurch kann er Gegenstände finden, die tief im hochgewachsenen Gras verborgen liegen und einer Wildspur folgen. Zehn Prozent seines Gehirns werten permanent die Informationen aus, die ihm der Geruchssinn liefert. Kein Wunder, dass der Mensch sich diese herausragenden Fähigkeiten zunutze macht und Spürhunde für die unterschiedlichsten Aufgaben ausbildet. Aber auch ohne Ausbildung nutzen unsere treuen Fellnasen gerne ihren Geruchssinn. „Zeitung lesen“ nennt es der eine, „Flurfunk“ der andere. Wenn Hunde an Grasbüscheln schnüffeln, dann nehmen sie große Mengen an Informationen über ihre Artgenossen und andere Tiere auf. Sie können riechen, wo sich in der vergangenen Nacht eine Katze hingelegt hat, dass die Hündin von gegenüber bald läufig wird und dass es einen neuen Rüden im Revier gibt. Der Geruch, auf den sie meistens am besten sensibilisiert sind ist der des eigenen Rudels beziehungsweise ihrer Bezugspersonen. Dieser hilft ihnen, wenn im Suchspiel ausgelegte Gegenstände aufgespürt werden sollen.

Übungen

Für die ersten Übungen können Sie die Gegenstände gut sichtbar auslegen, vielleicht innerhalb der Wohnung. Zunächst muss der Hund verstehen, worum es eigentlich beim Suchen geht. Legen Sie den Gegenstand nur wenige Meter von dem Hund entfernt ab. Nun können Sie darunter ein Leckerli hinlegen. Sobald der Hund sich vor dem Gegenstand hinsetzt (oder hinlegt) bekommt er das Leckerli. Oder Sie lassen den Gegenstand einfach apportieren und geben dann eine Belohnung. Führen Sie bei dieser ersten Übung das Kommando „Such“ ein. Hat der Hund verstanden, worum es geht, können Sie den Gegenstand innerhalb der Wohnung verstecken und den Schwierigkeitsgrad steigern, bis der Hund den Gegenstand auch in Schränken und Schubladen findet.

Dann ist der wichtigste Schritt gelungen: Nicht mehr der Sehsinn, sondern der Geruchssinn wurde eingesetzt, um den Gegenstand zu finden. Nun sind den Versteckmöglichkeiten keine Grenzen mehr gesetzt. Garten, Wald und Wiese, Flussufer oder im Pferdestall. Überall und mit jedem Gegenstand, der nach Ihnen riecht, können Sie jetzt kleine Suchspiele mit Ihrem Hund machen. Gehören Sie zu den Menschen, die regelmäßig ihren Schlüssel verlegen? Dann lassen Sie doch Ihren Hund danach suchen! Sie können nämlich auch einzelne Gegenstände mit einem Wortsignal belegen und suchen lassen.

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