Donnerstag, 24. Mai 2012

„Hilfe mein Hund hat ADHS!“

Viele Junghundebesitzer gelangen an einem Punkt, an dem sie Ihr Hund nicht nur fordert, sondern überfordert. In vielen Foren liest man immer wieder von Problemhunden, die angeblich unter ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) leiden. Hyperaktive Hunde zerlegen die Wohnungseinrichtung, zerkratzen Türen, springen auf Tischen und Regalen herum, zerfetzen alles was sie zwischen die Zähne bekommen und sind oft plötzlich nicht mehr stubenrein (oder im Alter von über einem Jahr noch nie stubenrein gewesen).

Fehler in der Erziehung

Die Ursache liegt in den wenigsten Fällen genetisch begründet. In der Regel ist ein solches Verhalten auf Fehler in der Erziehung zurückzuführen, gleichwohl es gehäuft bei Hunden der Gebrauchshunderassen auftritt - zum Beispiel Border Collies, Australian Shepherd Dog und Border Terrier. Denn die Gebrauchshunderassen – und insbesondere Hütehunde – sind darauf gezüchtet Arbeitswillen zu zeigen. Sie wollen eine Aufgabe, wenn ihr Mensch ihnen keine Aufgabe zuteilt, dann suchen sie sich eben selbst eine. Unausgelastete Hunde beschäftigen sich gerne damit, den Müll neu zu sortieren, die Inneneinrichtung ihrem Geschmack entsprechend umzugestalten und ihre Menschen zu hüten. Wer jetzt denkt, er müsste einem solchen Hund ein 24-Stunden Unterhaltungsprogramm bieten, der erzieht sich eben den eingangs genannten „hyperaktiven Hund“ mit ADHS-Symptomen heran, welcher seinen inneren Stress in der Entwicklung von Unarten ausdrückt. Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten bereits die kleinen Welpen lernen, Ruhepausen zu halten.

Ausgewogenes Verhältnis von Beschäftigung und Ruhephasen

Dem Hund muss "Ruhe" beigebracht werden.
(c) Wikimedia Commons, Autor: Finn Bjerke.
Die Lösung liegt in einem ausgewogenen Verhältnis von Beschäftigung und Ruhephasen. Auch ein strukturierter Tagesablauf ist hierbei wichtig, damit der Hund weiß wann es Fressen gibt, wann er Auslauf bekommt und wann er entspannen kann. Dies könnte so aussehen, dass es gleich nach der frühen Morgenrunde eine Mahlzeit gibt und anschließend zwei Stunden Pause. Mittags die große Runde mit Such- und Apportierspielen, danach Pause. Nachmittags die kleine Runde um den Block und anschließend die zweite Hauptmahlzeit. Dadurch lernt der Hund, dass es nur unmittelbar nach einem Spaziergang etwas zu Fressen gibt, damit wird es für ihn berechenbarer. Fällt es dem Hund anfangs noch schwer seine Ruhephasen einzuhalten, dann ist Konsequenz gefragt. Ruhig bleiben und den Hund immer wieder auf seinen zugewiesenen Schlafplatz bringen, wenn nötig auch unter spärlichem Einsatz von Leckerli. Es lohnt sich auch hierzu ein Kommando einzuführen, zum Beispiel „Pause“. Ansonsten sollte anfangs die Umgebung möglichst ruhig sein und der Mensch idealerweise an einem Ort verweilen. Ist der Rhythmus etabliert und der Hund hat Ruhe gelernt, dann verschwinden die meisten Unarten ganz von selbst.

Im Hunderatgeber bei markt.de erhalten Sie weitere nützliche Tipps zum Thema Hundeverhalten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen