Freitag, 20. Juli 2012

Raubtierfütterung im heimischen Garten

Fütterung von Jagdhunden.
(c) Wikimedia Commons, Autor: Greg O'Beirne.
Jedenfalls könnte man das denken, wenn man so manchen Hundehalter bei der Fütterung seiner Hunde beobachtet. Lautstark wird das Futter eingefordert, der Mensch manchmal dabei noch angesprungen, weil es dem Hund einfach nicht schnell genug geht. Noch bevor der Napf abgestellt wurde, macht er sich gierig über den Inhalt her, wer es jetzt wagt ihm zu nahe zu kommen, der riskiert eine Maßregelung unter Einsatz der scharfen Zähne. Auch wenn das „Raubtier“ nur ein kleiner frecher Dackel ist, sollte dieses Benehmen nicht geduldet werden. Führt sich ein Schäferhund so auf, dann ist damit nicht mehr zu Spaßen.

Bestehen Sie auf eine gesittete Vorgehensweise

Es liegt in der Natur der Hunde zu versuchen, ob sie ihren Rang im Rudel verbessern können. Gibt der Mensch nach, dann ist er schon bald nur noch der Dosenöffner und es bleibt in der Regel nicht beim Fütterungsproblem. Nach und nach werden Lieblingsplätze auf dem Sofa streitig gemacht, Spielzeug verteidigt und irgendwann lässt sich Ihr Hund womöglich gar nicht mehr anfassen.

Um bereits im Ansatz die Rangverhältnisse zu klären, bestehen Sie bei der Fütterung auf eine gesittete Vorgehensweise. Sie beanspruchen das Recht der Nahrungszuteilung für sich. Das bedeutet strenggenommen, dass erst Sie sich am Futter bedienen und wenn Sie fertig sind, dann ist der Hund dran. Keine Sorge, Sie müssen jetzt kein Hundefutter essen, um Ihrem Hund gesittete Tischmanieren beizubringen. Es reicht, wenn Ihr Hund das Futter erst dann anrühren darf, wenn Sie ihm die Erlaubnis dazu erteilen. In der Praxis könnte das so aussehen, dass Sie das Futter vorbereiten und während der gesamten Dauer muss Ihr Hund geduldig warten.

Wenn der Hund sich nicht an die Regeln hält...

Zeigt er deutliche Gesten der Ungeduld während Sie das Nassfutter aus der Dose in den Napf füllen, dann brechen Sie die Vorbereitung ab und stellen das Futter an einen für den Hund unerreichbaren Platz. Erst wenn er sich wirklich beruhigt hat, fahren Sie mit der Vorbereitung fort. Nach dem dritten Mal fällt die Mahlzeit dann komplett aus. Sie glauben gar nicht, wie schnell Ihr Hund lernt vor der Fütterung ruhig am zugewiesenen Platz zu warten, bis Sie den Napf auf den Boden gestellt haben, ein paar Schritte beiseitegetreten sind und das Signal gegeben haben. Bei der Fütterung der Jagdhundemeute herrscht Disziplin. Alle Hunde warten mehr oder weniger geduldig auf die Freigabe des Futters. Undiszipliniertes Voranstürmen zum Futter würde hier die Gesundheit von Hund und Mensch gefährden.

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