Dienstag, 24. Juli 2012

Schutztrieb bei Hunden – Segen oder Fluch?

Für die Schutzhundeausbildung ist der Schutztrieb einer der wichtigsten Wesenszüge, die ein Hund für diesen Bereich mitbringen muss. Kampfgeist, Mut und Schärfe sind die Voraussetzung, damit ein Schutzhund seiner Funktion gerecht werden kann. Ihn zeichnet die Bereitschaft zum Verteidigen seines Gefährten aus, sei dies sein Rudel oder ein Mensch. Hunde, die ihre Menschen jedoch unkontrolliert verteidigen, können für ihre Umwelt gefährlich werden.

Schutztrieb in Alternativverhalten umlenken

Versuchen Sie unerwünschte Verhaltensweisen zu unterbinden.
(c) Wikimedia Commons, U.S. Air Force Photo by Josh Plueger.
In jedem Hund schlummern mehr oder weniger starke Triebe. Bei den sogenannten Arbeitshunden wird der gewünschte Trieb durch gezielte Zuchtauswahl gefördert, sodass sie sich besser für ihre vorgesehene Funktion eignen. Hat der Hund keine entsprechende Aufgabe, bei der sein Trieb befriedigt und entsprechend ausgelastet wird, können daraus unkontrollierte Verhaltensweisen entstehen. Unerwünschte Triebe sollte man gar nicht erst wecken, dann müssen sie später auch nicht unterbunden werden. Dies klappt jedoch nur selten, da beispielsweise schon ein fliegendes Blatt im Herbst den Jagdtrieb wecken kann. Auch aktives Unterbinden funktioniert in der Regel nicht. Aktives Umlenken hingegen kann langfristig den erwünschten Erfolg bringen. Je stärker der Trieb sich bereits entwickelt hat, desto schwieriger wird es aber, ein Alternativverhalten zu trainieren.

So geht's

Haben Sie einen Hund, der an der Leine Ansätze der Aggression gegenüber anderen Hunden zeigt, dann können Sie die Situation entspannen, indem Sie Ihren Hund mit einem Spielzeug auf sich selbst konzentrieren und ihn für anständiges Verhalten mit einem kleinen Apportierspiel belohnen. Sie können auch Leckerli nehmen oder ein Zerrspielzeug. Das Ziel soll sein, dass Ihr Hund von sich aus die Situation „Fremder Hund in Sichtweite“ mit einem Spiel verbindet. Bei konsequentem Training können Sie so seinen Schutztrieb in Spielverhalten umlenken.

Eine typische Hunderasse, der die erwünschten Eigenschaften eines Schutzhundes mit in die Wiege gelegt werden, ist der Deutsche Schäferhund. Aber auch andere Hunderassen können einen ausgeprägten Schutztrieb entwickeln.

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