Montag, 9. Juli 2012

„Wer von Ihnen hat einen Hund, der bellt wenn es klingelt?“


Mit diesen Worten nimmt Martin Rütter in seinem aktuellen Comedy-Programm die Gäste auf die Schippe. Wer jetzt aufzeigt, der wird gefragt: „Wie haben Sie es ihm beigebracht?“ Hinter diesem Scherz steckt ein grundsätzliches Prinzip der Hundeerziehung. Fast alles, was ein Hund macht, ist ihm in irgendeiner Form beigebracht worden, ob bewusst oder unbewusst.

Beispielsweise läuft jemand auf der Straßenseite am Gartenzaun vorbei. Der Hund liegt im Garten, hat den vermeintlichen Eindringling bemerkt und rennt zum Zaun, ob ihn zu verbellen und genauestens im Blick zu behalten. In dem Moment ruft Frauchen (oder Herrchen) den Hund von der Terrassentür aus zur Ordnung. Dieser wiederum denkt, dass Frauchen jetzt auch Lärm macht, um den Eindringling zu vertreiben, fühlt sich also in seinem Verhalten bestätigt.

Hunde bewachen den Garten Foto: Moros | Wikimedia Commons

Zurück zum Eingangsbeispiel: Es klingelt an der Tür, der Hund bellt. Aufgeregt laufe ich zur Tür um zu schauen, wer mich da besuchen kommt – und schon habe ich den Hund in seinem Verhalten bestätigt. Er lernt, dass die Türklingel unmittelbar mit Aufregung verbunden ist. Was ist also naheliegender, als eine neue Verknüpfung zu schaffen? Fortan soll das Signal der Türklingel bedeuten, dass es eine ganz tolle Leckerei auf der Hundedecke gibt. Sie werden nicht glauben, wie schnell die meisten Hunde dieses Prinzip verstanden haben. Bitten Sie Ihren Besuch um ein wenig Geduld und seien sie konsequent. Dann wird sich das einstige Problem schon bald in Luft auflösen und die Nachbarn haben wieder Ihre Ruhe.

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