Samstag, 25. August 2012

Der Wolf im Hund


Es gibt wieder wilde Wölfe in Deutschland. Man sieht sie kaum, sie halten Abstand zu den Menschen und hinterlassen in der Regel keine „Schlachtfelder“ auf ihren Beutezügen. Ganz anders als der Husky, der in Krefeld acht Schafe riss. 

Huskys sind die guten Wölfe?
Zuchtbedingt ist der Husky eine der Hunderassen, die genetisch gesehen die nächsten Verwandten des Wolfes sind. In ihnen schlummern Triebe, die auch in jahrzehntelanger Zucht nicht vollständig eliminiert werden konnten. So kommt es gelegentlich vor, dass diese Triebe wieder durchbrechen. Studien zufolge, legen Hunde in freier Wildbahn früher oder später ein völlig anderes Verhalten an den Tag, als sie es im wohlbehüteten Zuhause zeigten. Entlaufene Hunde werden in freier Wildbahn innerhalb von acht bis dreizehn Tagen menschenscheu. Sie zeigen dann ein Verhalten, wie wir es bei Wölfen beobachten können.

So trug es sich zu, dass jener besagte Husky am 15. Juni in Krefeld entlaufen war und sich auf eigene Faust seine Nahrung beschaffte. Wochenlang lebt er nun in Wald und Wiesen, wobei seine Hauptnahrungsquelle Schafe sind. Insgesamt acht Schafe hat er bislang gerissen, was die Bevölkerung beunruhigt und die Behörden auf den Plan ruft. Obgleich der Hund zum Abschuss freigegeben wurde, zeigen sich die Krefelder Jäger unglücklich über diesen moralisch fragwürdigen Entscheid. Würde der Husky tatsächlich durch eine Gewehrkugel erlegt, flammten neue Diskussionen auf. Daher gehen die Bemühungen eher dorthin, das Tier lebend zu fangen und erneut zu domestizieren. Das Ergebnis dieser ergreifenden Geschichte bleibt noch abzuwarten. Wolf oder Husky, das ist hier die Frage.

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