Samstag, 22. September 2012

Des Einen Freud ist des Anderen Leid: Federvieh


Foto: Andrei Niemimäki
Was tun, wenn mein Hund Geflügel jagt?

Lautes Gegacker dringt aus dem Hühnerstall, der Hahn läuft aufgeregt über den Hof und weiß nicht, welche seiner Hennen er beschützen soll. Am helllichten Tage ist es sicher kein Fuchs, der diese ganze Aufregung verursacht. Vielmehr hat sich scheinbar mal wieder der Nachbarshund ein tolles Spiel daraus gemacht, das Federvieh zu jagen. Die gerissenen Hühner hat er einfach liegengelassen, aus Hunger hat er es also offensichtlich nicht gemacht. Aber was ist es dann, was einen domestizierten Haushund plötzlich zum wilden Tier werden lässt?

Die Lösung ist so einfach wie naheliegend. Denn in seinen Genen trägt auch unser heutiger Haushund Verhaltensweisen, die ihm lange vor der Domestizierung das Überleben sicherten, darunter auch sein Jagdverhalten. In mehr oder weniger starker Ausprägung trägt dies jeder Hund in sich. Ob und in welcher Intensität diese Verhaltensweisen auftreten, haben die Hundehalter zum größten Teil selbst in der Hand. Ein Hund, der auf spielerische Weise die zappelnden, quietschenden und wegrennenden Hühner als tolles Spielzeug kennengelernt hat, der ist später vermutlich nicht mehr vom Gegenteil zu überzeugen und wird sein Leben lang immer wieder Federvieh jagen, sofern er die Gelegenheit dazu bekommt. Andererseits wird ein Hund, der beim ersten Versuch ein Huhn zu erwischen ein einschneidendes negatives Erlebnis hatte, vermutlich nie wieder auch nur in die Nähe des Hühnerstalls gehen. 

Dies lässt sich jedoch nur schwer bewusst herbeiführen, daher ist die Gewöhnung an Tiere, die zu den Beutetieren der Vorfahren unserer Haushunde gehören, vor allem eine Fleißaufgabe, die Hund und Halter gemeinsam absolvieren sollten, bevor es zu solch unschönen Zwischenfällen kommt, wie eingangs beschrieben. Bringen Sie die Tiere vorsichtig zusammen und achten Sie darauf, dass die Vögel nicht plötzlich wegrennen. Falls das Kind bereits in den Brunnen gefallen sein sollte, dann gehen Sie vorsichtshalber kein Risiko mehr ein und behalten Ihren Hund einfach an der Leine. Denn die Leidtragenden selbst – nämlich die Hühner - können sicherlich nichts dafür und sollten nicht mit ihrem Leben für die Unachtsamkeit mancher Hundehalter bezahlen.

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