Freitag, 7. September 2012

Jagdtrieb bei Hunden erfolgreich kontrollieren

Als Besitzer eines Hundes, der den Jagdhunderassen angehört, ist die Schleppleine ein unverzichtbares Utensil bei der Erziehung. Zunächst gilt es, die Beweggründe zu verstehen, warum ein Hund jagt. Rassebedingt gibt es nämlich durchaus Unterschiede zwischen passionierten Jägern beweglicher Objekte und solchen, die schon beim Geruch von Wild in Wallungen kommen. Der Schlüssel zum Erfolg ist in jedem Fall die Umkonditionierung. Und die kann nur dann erfolgen, wenn der Auslöser des Jagdverhaltens bekannt ist.

Beobachten Sie Ihren Hund

Zunächst muss der Auslöser des Jagdverhaltens erkannt
werden. (c) Wikimedia Commons, Foto: MatthewJS.
Beobachten Sie Ihren Hund genau. Bevor er lossprintet, um die Krähen auf dem Feld zu jagen, zeigt er ganz klare Anzeichen für sein gesteigertes Interesse. Diese sind je nach Hunderasse unterschiedlich. Der eine steht für einen Moment stocksteif da, der andere hebt die Nase in die Luft und ein weiterer nimmt eine leicht geduckte Haltung ein. Kurz darauf sprintet der Hund los zu seinem Zielobjekt. Im Idealfall haben Sie jetzt das Ende der 20 Meter langen Schleppleine in der Hand, die den unkontrollierten Ausflug abrupt abbremst. Üben Sie zunächst, diesen kurzen Moment des Verweilens bei Ihrem Hund zu erkennen und sorgen Sie dafür, dass er kein Jagdverhalten mehr zeigen kann, indem Sie ihn immer an der Schleppleine halten. Nun können Sie das Verhalten umkonditionieren.

Verhalten des Hundes umkonditionieren

Das Ziel ist es, eine neue Verknüpfung herzustellen. Die ursprüngliche Verknüpfung funktioniert so, dass auf den Auslöser, nämlich die Sichtung bzw. das Riechen oder Hören von Tieren, ein Jagdverhalten folgte. Nun wollen wir ein neues Ereignis etablieren, welches den Hund kontrollierbar macht. Beobachten Sie wieder ganz genau das Verhalten Ihres Hundes. Erkennen Sie den Vorboten des Jagdverhaltens – in der Regel ein kurzes Verweilen mit gesteigertem Interesse – rufen Sie Ihren Hund und bieten Sie das Alternativprogramm an. Verfressene Hunde können Sie mit einem ganz besonderen Leckerli belohnen, verspielte Hunde mit einem kurzen Zerrspiel. Rennen Sie ein kurzes Stück mit Ihrem Hund, werfen ein Apportel oder verteilen großzügig Leckereien im Gras.

Probieren Sie einfach aus, was zu Ihrem Hund am besten passt. Irgendwann ist die neue Verknüpfung so fest etabliert, dass Sie die Schleppleine vermutlich nicht mehr benötigen. Junge Hunde kann man freilich leichter und schneller umkonditionieren als einen älteren Hund, der bereits viele Male erfolgreich gejagt hat. In den meisten Fällen ist jedoch mit genügend Ausdauer und Konsequenz früher oder später eine signifikante Verbesserung des Verhaltens zu erzielen.

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