Freitag, 16. November 2012

Und plötzlich gehorcht der Hund nicht mehr - Stress im Alltag


Kommandos sollten immer gleich ausgeführt werden.
(c) Wikimedia Commons, Foto: Salento81.
Von einem Tag auf den nächsten scheint der sonst so gehorsame Vierbeiner plötzlich taub geworden zu sein. Oder wie lässt es sich erklären, dass er urplötzlich selbst die einfachsten Kommandos nicht mehr ausführt? Ist er mit dem falschen Bein aufgestanden oder macht er vielleicht gerade eine pubertäre Phase durch? Bei Rüden kann eine läufige Hündin in der Nachbarschaft für Gefühlschaos sorgen. In diesen Fällen können Sie nicht viel tun außer eine Schleppleine anlegen und das Training an diesem Tag ausfallen lassen.

Häufig ist das Herrchen schuld

Anders sieht es aus, wenn die Ursache nicht beim Hund, sondern beim Herrchen zu finden ist. Wir selbst merken oft gar nicht, dass wir gestresst sind. Unsere tierischen Begleiter hingegen erkennen an Körperhaltung, Klang der Stimme, Bewegungen und an unserem Ausdruck in den Augen, dass wir gereizt sind. Die Kommunikation unter Tieren findet überwiegend durch Körpersprache statt. Dessen können wir uns bei der Erziehung bedienen. So kann das Kommando „Voran" durch einen energischen Schritt nach vorne verdeutlicht werden. Bei „Stopp!" heben Sie die Handfläche gegen Ihren Hund und bleiben abrupt stehen. Sind wir gestresst, dann verändert sich unsere Körperhaltung und der Hund kann die vorher eingeübten Sichtsignale nicht mehr eindeutig interpretieren. Aber auch die Stimme verändert sich. 

Ein kleines Experiment

Führen Sie einmal folgendes Experiment durch und lassen Sie sich dabei von jemandem beobachten: Rufen Sie Ihren Hund in einer ruhigen Situation innerhalb der Wohnung ab. Achten Sie darauf, welches Hörkommando und welche Sichtzeichen Sie geben. Dann gehen Sie spazieren und stellen sich an einer übersichtlichen Stelle das folgende Szenario vor: Ein Auto naht mit hoher Geschwindigkeit und Ihr freilaufender Hund hat auf der anderen Straßenseite eine Katze erblickt, der er sogleich hinterherjagen wird. Rufen Sie Ihren Hund nun ab.Ist Ihnen etwas aufgefallen? Vermutlich hat sich nicht nur Ihre Körperhaltung verändert, sondern auch Ihr Ton ist deutlich schärfer ausgefallen. Vielleicht ist Ihr Hund zögerlich zu Ihnen gekommen. Vielleicht ist er sogar in der anderen Richtung ein Stück davongelaufen. Aber mit Sicherheit hat er das Kommando nicht genauso ausgeführt, wie Sie es in der Wohnung kurz zuvor geübt hatten. 

Tipp: Achten Sie auf die Ausführung der Kommandos

Hundeerziehung hat also nicht nur mit Fleiß, sondern vor allem mit Disziplin auf Seiten des Hundeführers zu tun, der die Kommandos unabhängig von seiner eigenen Gemütslage möglichst immer gleich geben sollte.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen