Mittwoch, 23. Januar 2013

Trennungsangst bei Hunden – auch das Alleinsein muss gelernt werden!


Viele Hunde leiden unter Stress, wenn sie alleine sind.
(c) Wikimedia Commons, Foto: Bisawesome.
Das Leben der meisten Haushunde dreht sich um ihre Menschen, denn dort finden sie Zuneigung, Spiel und Futter. Eine plötzliche Trennung ohne Vorankündigung kann daher für den Hund großen Stress bedeuten, was sich nicht selten in unerwünschtem Verhalten äußert.

Entspannung auf Kommando

Beim Üben des Alleinseins spielt das Alter des Hundes eine untergeordnete Rolle. Bevor der Hund zum ersten Mal alleine gelassen werden kann muss er lernen, dass er nicht ständig die ungeteilte Aufmerksamkeit seiner Bezugsperson genießt. Legen Sie daher ganz bewusst Phasen ein, in denen Sie den Hund in keiner Weise beachten, idealerweise in Verbindung mit einem Signalwort wie „Pause". Bei manchen Hunden ist es erforderlich diese Pause anfangs aktiv zu unterstützen, indem der Hund auf seinem Platz abgelegt und dort in geringem Maße bestätigt wird. Erst wenn Ihr Hund in diesen Pausen völlig entspannt liegt, vielleicht sogar schläft, können Sie zum nächsten Schritt übergehen.

Wenn Frauchen / Herrchen das Haus verlässt

Leiten Sie eine Pause ein, wie oben beschrieben. Während dieser Pause verlassen Sie kurz für wenige Sekunden den Raum, später das Haus. Im Anschluss dehnen Sie das Zeitintervall weiter aus. Dabei nehmen Sie die nächste Schwierigkeitsstufe immer erst dann in Angriff, wenn Ihr Hund keinerlei Anzeichen für Aufregung zeigt. Dafür ist es auch wichtig, bei der Rückkehr ruhig zu agieren und die Pause noch eine Weile fortzuführen.

Trennungsstress vorbeugen

Wenn Ihr Hund mehrere Stunden hintereinander alleine bleiben muss, dann sollten Sie ihm zuvor ausreichend Gelegenheit geben, sich zu lösen. Idealerweise machen Sie einen langen Spaziergang, der sowohl geistige als auch körperliche Auslastung beinhaltet. Die letzte halbe Stunde gestalten Sie ruhiger, damit Ihr Hund zu Hause besser zur Entspannung findet. Hierbei können Sie das trainierte Signalwort „Pause" unterstützend einsetzen. War das Aufbautraining solide und erfolgreich, dann wird Ihr Hund jetzt vermutlich mehrere Stunden verschlafen.

Anzeichen für Trennungsstress sind:

  • Große Unruhe bis hin zu extremer Aufregung, wenn Sie Ihren Hund alleine zu Hause lassen
  • Lautes Bellen und/oder Jaulen während Ihrer Abwesenheit (fragen Sie am besten gelegentlich bei den Nachbarn nach, ob ihnen etwas derartiges aufgefallen ist)
  • Während der Hund alleine war hat er Gegenstände oder Wohnungseinrichtung kaputt gemacht.
  • Ihr Hund macht deutliche Rückschritte bei der Stubenreinheit, wenn er oft alleine ist
In diesen Fällen sollten Sie unbedingt das Alleinsein neu aufbauen, denn dauerhafter psychischer Stress bei Hunden kann sich auch auf die körperliche Gesundheit negativ auswirken.

1 Kommentar:

  1. Das ist schön, dass dieser Rat mal öffentlich getwittert wird. Wie viele Hundehalter schaffen sich ein Tier an und haben überhaupt keine Ahnung. Bei jedem neuen Hund (ich habe Rottweiler) habe ich das Weggehen so mit aufbauendem Zeitfenster geübt. Das geht so prima! Später findet der Hund von alleine heraus, wann er sowieso nicht mitkommt, nämlich wenn Frauchen sich abends fein macht und ausgeht. Da ist das Wichtigste der Kauknochen in der Hundeschublade, vor der der Hund schon sitzt, während sich Frauchen noch die Lippen nachzieht. :-)
    Schöner Artikel, danke dafür!
    LG Gisela

    AntwortenLöschen