Mittwoch, 27. März 2013

Hetzen, Stellen, Packen – hier sind Jagdhunde in ihrem Element


Jack Russel Terrier beim Ballspiel.
(c) Wikimedia Commons, Foto: Emery Way.
Jagdhunde bringen eine gewisse Neigung zum Jagen mit. Durch Zuchtauslese wurde die natürliche Veranlagung für bestimmte Verhaltensweisen gefördert. Aber auch der Hütehund zeigt Bestandteile des Jagdverhaltens, wenn er sich an die Schafherde heranpirscht und beim Treiben gelegentlich in die Hinterbeine zwickt. Sogar ein kleiner Mops kann das Jagen für sich wiederentdecken. Jagdtrieb ist also ein Thema für alle Hundehalter!

In erster Linie gilt es zu vermeiden, dass der Hund sich im Jagen übt. Je häufiger er unkontrolliert einem Gegenstand hinterherhetzt, eine Wildspur im Wald aufnimmt oder nach Mäusen buddelt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich früher oder später zum Jäger entwickelt. Sofern Sie selbst keine jagdlichen Interessen haben, sollten Sie von Anfang an darauf bedacht sein, Jagdverhalten zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten.

Was Sie tun können, um der Entwicklung des Jagdtriebes vorzubeugen:

  • Nimmt Ihr Hund eine Fährte auf, dann unterbrechen Sie dies bereits im Ansatz durch Umorientierung mit Hilfe von Leckerlis oder Spielzeug. 
  • Seien Sie bedacht, dass Ihr Hund niemals erfolgreich jagt. Bereits das Hetzen an sich ist für den Hund „Erfolg", da selbstbelohnend. Eine Schleppleine hilft, dies zu unterbinden.
  • Impulskontrolle üben: Beim Apportieren wird der Hund erst losgeschickt, wenn der Gegenstand ruhig am Boden liegt.
Es ist immer einfacher, ein unerwünschtes Verhalten bereits im Entstehen zu unterbinden, als ein bereits langjährig etabliertes unerwünschtes Verhalten wieder abzutrainieren. Tun Sie sich selbst und Ihrem Hund den Gefallen, das Verhalten frühzeitig in die gewünschte Richtung zu lenken.

Was Sie tun können, wenn Ihr Hund bereits Jagdtrieb entwickelt hat:

  • Die weitere Ausübung von Jagdverhalten unterbinden
  • Alternativverhalten üben. Ihr Hund kann lernen den Auslöser anzuzeigen und dafür eine Belohnung zu bekommen. Zum Beispiel auf „Hinsetzen bei Wildsichtung" gibt es die Belohnung. 
  • Für Notfälle ein stark positiv konditioniertes Rückrufsignal trainieren. Nach Ertönen des Signals bekommt der Hund immer eine ganz besondere Belohnung. 
  • Für genügend körperliche und geistige Auslastung sorgen. 
  • Impulskontrolle und Gehorsam üben.
Ein jagender Hund bringt sich selbst und andere in Gefahr. Aufgescheuchte Wildtiere rennen vielleicht kopflos über die Straße und können einen Verkehrsunfall verursachen. Daher sollten Sie dieses Thema nicht auf die leichte Schulter nehmen und im Zweifelsfall einen Hundetrainer zu Rate ziehen.

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