Donnerstag, 11. Juli 2013

Der Norwegische Lundehund: Nordischer Jagdhund mit bewegender Geschichte

Der Norwegische Lundehund.
(c) Wikimedia Commons, Foto: Andrva.
Der Norwegische Lundehund hat eine bewegende Geschichte. Ursprünglich trainierte man Lundehunde darauf, Papageitaucher zu jagen. Daher kommt auch ihr Name, denn „Papageitaucher“ heißt auf Norwegisch „Lunde“. Der Fortschritt machte den Lundehunden das Leben schwer und gefährdete schließlich auch deren Überleben. Zunächst wechselten Vogelfangnetze die Lundehunde bei der Vogeljagd ab. Infolgedessen gab es schon bald eine große Menge streunender Hunde, die mit Hilfe einer Hundesteuer reduziert werden sollten. Mit Erfolg, denn schon bald hatte sich der Bestand deutlich vermindert. Schließlich wurden die Hunde in Ihrem ursprünglichen Lebensraum durch eine Staupe-Epidemie gänzlich ausgerottet.

Eleonora Christi rettete die Rasse

Nur einige Jahre vor der heftigen Epidemie begann Eleonora Christi mit der Zucht von Lundehunden, um den Fortbestand der Rasse zu sichern. Ein glücklicher Umstand, wusste sie doch damals noch nicht, dass schon bald ihre Zuchttiere die Neubegründer der Rasse werden würden. Vier ihrer Hunde wurden auf die Norwegische Insel Værøy nach Måstad gebracht, um dort wieder ihrem ursprünglichen Zweck, nämlich der Vogeljagd unter Wasser zu dienen und um eine neue Zucht aufzubauen. Nach wie vor ist der Norwegische Lundehund weitestgehend unbekannt, sein Bestand in der kleinen Gemeinde Norwegens gilt jedoch als gesichert.

 

Spezielle Eigenschaften für die Jagd unter Wasser

Der Lundehund zählt zu den Nordischen Jagdhunden. Er ist mit 38 Zentimetern Widderisthöhe nur mittelgroß und bei zirka 7 Kilogramm relativ leicht. Die Fellfärbung kann weiß mit dunklen Abzeichen oder eine Mischung aus braun, weiß und schwarzen Haarspitzen sein. Dreieckige Stehohren und die halblange Rute erinnern an das typische Erscheinungsbild nordischer Hunde. Der Lundehund wurde, wie die meisten anderen Arbeitshunderassen auch, nicht nach optischen Aspekten gezüchtet, sondern nach seiner Leistungsfähigkeit und Eignung für die Jagd nach Papageientaucher. Die extrem beweglichen Schultern machen ihn zu einem hervorragenden Schwimmer. Seine Wirbelsäule ist so biegsam, dass er seinen Kopf weit nach hinten biegen kann. Ein weiteres erstaunliches Merkmal ist, dass der Lundehund seine Ohren zuklappen und so vor Wasser schützen kann. Mindestens sechs Zehen und acht (Vorderpfoten) beziehungsweise sieben (Hinterpfoten) Ballen an jeder Pfote ermöglichen wendige Schwimmmanöver. Um seine gefangene Beute nicht allzu stark zu verletzen, fehlen dem Lundehund bis zu acht Zähne im hinteren Backenbereich. Ein hochspezialisierter Arbeitshund, der auch heute noch seiner ursprünglichen Bestimmung nachgeht.

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