Dienstag, 6. August 2013

Eine Schilddrüsenerkrankung beim Hund bringt den Stoffwechsel durcheinander


Retriever haben vergleichsweise häufig Probleme mit der
Schilddrüse. (c) Wikimedia Commons, Foto: Kintaiyo.

Ungeklärte Ängstlichkeit, dünnes Fellkleid, allgemeine Bewegungsunlust und Untergewicht können erste Anzeichen für eine Störung im Zusammenhang mit Schilddrüsenhormonen sein. Dies kann durch eine verringerte Funktion der Schilddrüsen hervorgerufen werden, aber auch als sekundäres Symptom einer anderen Erkrankung. Manche Medikamente wie auch Cortison und einige Antibiotika können zu einem verringerten Schilddrüsenhormonwert führen. Betroffen sind vorwiegend Hunde mittleren Alters, wobei die Erkrankung häufig erst Jahre nach ihrem Einsetzen erkannt wird. Eine außergewöhnliche Häufung von Schilddrüsenunterfunktion kann bei einigen Rassen beobachtet werden, darunter u.a. Retriever, Deutscher Schäferhund, Boxer, Airdale-Terrier und auch beim Dackel.

Funktion der Schilddrüse
Die Schilddrüse befindet sich auf der Halsunterseite vor der Lufftröhre. Sie produziert die Schilddrüsenhormone, welche für wesentliche Stoffwechselprozesse im Körper verantwortlich sind. Insbesondere Herz- und Kreislaufsystem werden durch Schilddrüsenhormone maßgeblich beeinflusst. Die Störung in der Schilddrüsenhormonproduktion kann an vielen Stellen liegen. Entweder liegen die Ausgangsstoffe der bio-chemischen Reaktion nicht in ausreichender Anzahl vor, die Reaktion selbst kann aufgrund einer Fehlfunktion der Schilddrüse nicht ausgeführt werden, oder die Endprodukte der Reaktion werden durch einen anderen Prozess zu schnell abgebaut. Das Resultat ist immer das gleiche: Ein verminderter Level an Schilddrüsenhormonen im Körper, der sich auf unterschiedlichste Weisen äußern kann.

Anzeichen für eine Störung der Schilddrüsenfunktion

Die Anzeichen können in verschiedenen Kombinationen auftreten, was die Diagnose einer Störung der Schilddrüsenfunktion erheblich erschwert. Es gibt keine typischen Symptome, die eine eindeutige Diagnose ermöglichen. Anzeichen können sein: 
 o Hautsymptome
  • Schlechtes Haarwachstum bis hin zu Haarausfall, struppiges Fell 
  • Juckreiz durch vermehrte Schuppenbildung, Infektionen der Haut 
  • Haarverlust an der Rute 
  • Allgemeine Symptome
o   Allgemeine Symptome
  • Schlechte Kondition trotz regelmäßigem Training 
  •   Verfressenheit und Gewichtszunahme 
  • Schlechte körpereigene Temperaturregulierung, wenig oder kein Schwitzen 
  • Unregelmäßige Läufigkeit bzw. schwacher Fortpflanzungstrieb
o  Herzprobleme und Störungen des Nervensystems
  •  Schwerhörigkeit bis hin zur Taubheit
  • Herzrhythmusstörungen 
  • Ungeklärte Lähmungen an Extremitäten oder auch Gesichtsnerven 
  •  Epileptische Anfälle
o Augenprobleme
  • Hornhautgeschüre
  • Lipase  
o Ohrenentzündungen

o Der Hund zeigt eine deutliche Verhaltensänderung, wenn er ein Halsband trägt

Therapie bei diagnostizierter Schilddrüsenunterfunktion
Durch zusätzliche Gabe von hochdosierten Schilddrüsenhormonen in Form von Tabletten kann eine schnelle Besserung meist schon innerhalb von 14 Tagen erzielt werden. Bis zu 6 Wochen nach Beginn der Behandlung sind deutliche Besserungen des allgemeinen Erscheinungsbildes zu erkennen. Durch eine regelmäßige Blutspiegelkontrolle wird der Behandlungserfolg überprüft. Hunde mit Schilddrüsenunterfunktion müssen die Tabletten lebenslang einnehmen. Verzichten Sie Ihrem erkrankten Hund zuliebe auf ein Halsband und besorgen Sie ein V-Geschirr, das nicht auf die gereizte Schilddrüse drückt.

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