Donnerstag, 22. August 2013

Taubheit bei Hunden: Vererbbare Taubheit gibt es bei über 60 Hunderassen

Weiße Boxer sind besonders anfällig für Taubheit.
(c) Wikimedia Commons, Foto: Brimboras.
Taubheit beim Hund kann viele Ursachen haben. Altersbedingt können Hunde aller Hunderassen zunächst schwerhörig und schließlich vollständig taub werden. Bei einem Hund, der jagdlich geführt wird, kann dies durch ungünstige Umstände passieren, wenn er beim Schuss zu nah am Gewehr gestanden hat. Abgesehen von diesen Einzelfällen tritt Taubheit sehr häufig erblich bedingt auf. Durch ungenügende Zuchtauslese oder unglückliche Verpaarungen ist dies ein erhebliches Problem der modernen Hundezucht. 

Diese Hunderasse haben ein erhöhtes Risko für erblich bedingte Taubheit:

Genetisch vererbbare Taubheit kann unter anderem bei folgenden Hunderassen auftreten: Australian Shepherd Dog, Beagle, Boder Collie, Boxer, Bulldogge, Chihuahua, Collie, Dalmatiner, Deutscher Schäferhund, Dogge, Französische Bulldogge, Havaneser, Labrador Retriever, Malteser, Rhodesian Ridgeback, Rottweiler, Sibirian Husky, Toypudel, West Highland White Terrier, Yorkshire Terrier, Zwergpinscher. 

In Fachkreisen wird insgesamt bei über 60 Hunderassen vermutet, dass sie die erblich bedingte Taubheit weitergeben.
 

Weiße Hunde sind besonders gefährdet!

Abgesehen von den Hunderassen, wo ein weißes Fell zum normalen Rassestandard gehört, kann bei anderen Hunderassen schon beim Welpen eine Prognose abgegeben werden. Die pigmentabhängige Taubheit geht sehr häufig mit einem reinweißen oder merle-schattierten Fell einher. Beispielsweise bei einem weißen Boxer ist höchste Vorsicht geboten. Auch beim Dalmatiner konnte eine ungewöhnlich hohe Zahl an Taubheitsfällen nachgewiesen werden. 
 
In der Natur würde ein taubes Tier schon in den ersten Lebenswochen der natürlichen Selektion zum Opfer fallen. Sie sind nicht lebensfähig, da sie weder die Ankunft der Mutter noch herannahende Feinde hören. Diese Selektion fehlt bei der modernen Zucht. Auch schwache Welpen werden aufgepäppelt und finden später ein gutes Zuhause – mit oder ohne Behinderung. Zur Zucht sollten diese aber unter keinen Umständen eingesetzt werden. Nur eine sorgfältigere Zuchtauslese kann genetisch bedingte Krankheiten wie die angeborene vererbbare Taubheit ausmerzen.

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