Donnerstag, 5. September 2013

Taube Hunde erziehen und trainieren: Tipps für Hundehalter

Taube Hunde benötigen spezielles Training.
(c) Wikimedia Commons, Foto: Johannes Jansson.
Beim Training von tauben Hunden scheiden akustische Signale aus. Was jedoch nur wenige Hundehalter wissen ist, dass jeder Hund zunächst über optische, taktile und olfaktorische Reize erzogen wird und die Verknüpfung mit einem akustischen Signal erst danach erfolgen kann. Halter von tauben Hunden ersparen sich diesen oft zeitaufwändigen zweiten Trainingsschritt, sind hier also klar im Vorteil – sofern sie gelernt haben mit taktilen, optischen und olfaktorischen Signalen zu arbeiten.

 

Taktile Signale

Unter den Begriff „taktile Signale“ fallen alle Signale, die der Hund an seinem Körper spürt. Hierzu gehört das umstrittene Vibrationshalsband genauso wie Leinenhilfen und Berührungen am Körper. Generell sollten Sie den Körper eines tauben Hundes nie ohne Vorankündigung berühren, da er sich hierbei erschrecken kann. Schlimmstenfalls wird durch die Schrecksekunde eine rückgerichtete Aggression hervorgerufen, bei der ein Hund auch beißen kann. Arbeiten Sie daher nur mit Körperberührung, wenn Ihr Hund sieht, wo Sie ihn berühren werden. Dies kann beispielsweise beim Pfötchengeben angewendet werden. 

Vibrationshalsbänder sind in manchen Ländern zu Recht verboten. Das Funksignal kann gestört werden oder durch einen anderen Sender unbeabsichtigt ausgelöst werden. Außerdem ist das Gewicht vor allem bei kleinen Hunden nicht zu unterschätzen. Langhaarige Hunde spüren die leichte Vibration ohnehin meist nicht. Daher ist auch dies in vielen Fällen kein geeignetes Hilfsmittel. An der Leine kann ein leichtes Ruckeln zum Aufmerksamkeitssignal werden. Auch Geschirr und Halsband beziehungsweise Halstuch können Signalwirkung bekommen, vielleicht für den „Arbeitsmodus“ und den „Freizeitmodus“.

 

Optische Signale

Hier seien an erster Stelle die Handzeichen genannt. Der erhobene Zeigefinger als „Sitz“-Signal, die flache ausgestreckte Hand als „Platz“-Signal und das Klopfen ans Bein als „Komm“-Signal. Diese Liste könnte man endlos fortführen. Wichtig ist nur, dass die Handzeichen sich deutlich voneinander unterscheiden. Auch Handbewegungen wie eine sich öffnende Faust können verwendet werden. Nicht nur die Hände, sondern der ganze Körper kann zum optischen Signal werden. Aufrechtes Stehen mit geschlossenen Füßen könnte das Zeichen für „Bei Fuß“ sein. Leicht gespreizte Beine führen den Hund in die frontale „Parkposition“.

 

Olfaktorische Signale

Auch Gerüche können zum Signal werden. Genauso wie Wildgeruch gegenkonditioniert werden kann, können bestimmte Gerüche zum Entspannungssignal werden. Verwenden Sie ein spezielles Futter immer für die Leckerlisuche am Boden. Schon bald hat Ihr Hund die Nase am Boden, sobald er den Geruch dieses Futters wahrnimmt. Diese Signale können Sie übrigens auch für einen nicht tauben Hund einsetzen. Probieren Sie es einfach einmal aus!

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