Donnerstag, 26. September 2013

Zuchtbedingtes und erziehungsbedingtes Angstverhalten bei Hunden


Angstverhalten bei Hunden.
(c) Wikimedia Commons, Foto: Rubio campero.
Hunde gehören bekanntermaßen zu den Raubtieren. Umso erstaunlicher ist es, dass es Hunde gibt, die vor Angst lieber die Flucht antreten, als sich der Situation zu stellen. Betrachtet man das Verhalten der Wölfe, die sich abseits des Menschen wunderbar zurecht finden - aus dem einfachen Grund weil sie die Nähe des Menschen meiden - scheint es nur allzu natürlich, dass auch Hunde Angst vor Menschen haben können. 

Es ist tatsächlich so, dass die Anfänge der Domestizierung von Haushunden vor allem dieses Angstverhalten reduzieren sollten. Wolfswelpen scheinen im zarten Alter von nur wenigen Wochen zahm zu sein. Ihre Neugier lässt sie die Umgebung erkunden. Ab der fünften Woche würden Wolfswelpen unter natürlichen Aufzuchtbedingungen anfangen, ihre Umgebung zu erkunden. Jetzt steigt ihre Neigung zu Angstverhalten sprungartig an, was sie vor Gefahren schützt und ihnen damit hilft, zu überleben. Angstverhalten ist also völlig natürlich auch für unsere Haushunde, die von den Wölfen abstammen. Es gehört zum veranlagten Verhaltensrepertoire, genauso wie Jagdverhalten, Paarungsverhalten, Territorialverhalten und viele andere Verhaltensweisen. Welches Verhalten wie stark zum Vorschein kommt ist einerseits zuchtbedingt und andererseits eine Frage der Erziehung beziehungsweise der Erfahrungen, die der Hund im Laufe seines Lebens macht.

Zuchtbedingtes Angstverhalten

Jede Rasse unterliegt einem gewissen Zuchtstandard. Jagdhunde zeigen deutliches Jagdverhalten, Hütehunde das Hüteverhalten und Gesellschaftshunde zeigen kaum triebhaftes Verhalten. Bei der Auswahl der Zuchttiere wird besonders darauf geachtet, erwünschte Eigenschaften zu fördern und unerwünschte auszumerzen. Gebrauchshunderassen werden auf ein starkes Nervenkostüm gezüchtet, aber auch bei nahezu allen anderen Hunderassen gilt übermäßige Ängstlichkeit als unerwünscht. Dennoch gibt es Menschen, die mit ängstlichen Hunden weiterzüchten, weil diese über andere vorzügliche Eigenschaften verfügen. Übermäßige Ängstlichkeit ist vererbbar. Sie kann zunächst in Fluchtverhalten und dann in Aggression umschlagen, daher ist von der Zucht mit ängstlichen Tieren abzuraten.

 

 Erfahrungsbedingtes Angstverhalten

Auch ein Hund, der genetisch gesehen ein robustes Nervenkostüm haben sollte, kann durch seine Erfahrungen zum Nervenbündel werden. Daher sollte bei der Erziehung und Ausbildung auf Strafen, Schreckreize und übermäßige psychische Einwirkung verzichtet werden. Auch unbewusst kann ein Hund unter enormen Stress gesetzt werden. Viele Menschen beugen sich zum Anleinen über ihren Hund, fassen ihn ans Halsband und lassen anschließend beim Wiederaufrichten die Leine einfach baumeln, so dass sie gegen den Kopf des Hundes schlägt. Für einen sensiblen Hund sind Situationen wie diese nur schwer zu ertragen, während der Mensch seinen Fehler gar nicht erst bemerkt. Schlimmstenfalls können diese Unachtsamkeiten zu Aggressionsverhalten beim Hund führen. Ausgeprägtes Angstverhalten ist in den meisten Fällen auf längerfristiges Fehlverhalten des Menschen zurückzuführen. Mehr Informationen zum Thema Verhalten bei Hunden erhalten Sie im Hunderatgeber bei markt.de.

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