Dienstag, 22. Oktober 2013

Rumänien kämpft gegen streunende Haushunde


Straßenhunde stellen in Rumänien ein großes Problem dar.
(c) Wikimedia Commons, Foto: Pedro Simões.
Bereits zwischen Wolf und Mensch kam es zu Differenzen, jetzt kämpft man in Rumänien gegen die immer größer werdende Zahl von streunenden Hunden. Mehrere Beißvorfälle haben sich schon ereignet, sodass die Regierung zu drastischen Maßnahmen greift. Während der wilde Wolf sich von Menschen fern hält und höchstens einmal ein Nutztier reißt, greifen verwilderte Hunde auch Menschen an. Ein massives Problem, das zum größten Teil von uns selbst verursacht wurde. Denn im Zuge der Domestikation verlor der Haushund seine Scheu vor dem Menschen. Dies war Grundvoraussetzung, damit das Zusammenleben von Mensch und Hund überhaupt möglich wurde.

Die besondere Problematik der Straßenhunde

Welpen, die in der Nähe des Menschen aufwachsen, können meist problemlos im Haus gehalten werden. Welpen, die auf der Strasse geboren werden, fernab des Menschen aufwachsen und sich selbst mit Futter versorgen, sind nur schwer an ein „normales“ Leben als Haushund zu gewöhnen. Die meisten dieser Tiere erwartet ein trauriges Schicksal. Einerseits können sie kein ausreichendes Vertrauen zum Menschen aufbauen, andererseits sind sie nicht scheu genug, um sich weit genug von den Menschen fern zu halten. Dadurch kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Menschen und streunenden Hunden. Das macht die Streuner zum Sicherheitsproblem, das bereits seit Jahrzehnten die Politik beschäftigt. 

Ein aktueller Fall, bei dem ein vierjähriger Junge auf einem Spielplatz von streunenden Hunden gebissen wurde, brachte wieder Bewegung in die Angelegenheit. Der Bestand hatte zwischenzeitlich schätzungsweise bis zu 200.000 Tiere umfasst, mittlerweile geht man von etwa 50.000 streunenden Hunden aus. Durch Sterilisation konnte man das weitere Wachstum der Population scheinbar in den Griff bekommen. Die Beißvorfälle hingegen gingen kaum zurück. Laut Statistiken sind 2012 mehr als 16.000 Vorfälle gemeldet worden. Nun wird eine deutlich radikalere Maßnahme verfolgt. Eingefangene Strassenhunde müssen innerhalb einer Frist von 14 Tagen von ihrem Besitzer abgeholt oder neu vermittelt werden. Ansonsten erfolgt die Euthanasie.

Wie würden Sie handeln?

Aus der Ferne lässt sich dieses Vorgehen leicht verurteilen. Bei näherem Betrachten wird die Brisanz deutlich. Würden Sie Ihre Kinder im Garten spielen lassen, wenn in der Nachbarschaft ein Rudel verwilderter Hunde sein Unwesen treibt? Tierschutz und Politik liefern sich hitzige Diskussionen. Im weit entfernten Deutschland bleibt uns nur abzuwarten, wie die endgültige Lösung aussehen wird.

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