Dienstag, 29. Oktober 2013

Sinn und Unsinn von Welpenspielgruppen


Welpenspiel birgt unkalkulierbare Gefahren.
(c) Wikimedia Commons, Foto: C. E. Price.
In Fachkreisen wird zurzeit heftigst über Sinn und Unsinn von Welpenspielgruppen diskutiert. Allem voran steht das von Welpenbesitzern so gerne gesehene Welpenspiel in der Kritik. Dass dieses unkalkulierbare Gefahren birgt, ist nur den wenigsten bewusst. Selbst speziell ausgebildete Hundetrainer können während dem Spiel nicht alle Welpen zugleich im Auge behalten, um rechtzeitig einzugreifen, wenn das Spiel unerwünschte Formen annimmt.

Positive Erfahrungen sammeln, negative Erfahrungen meiden

Nach dem Vorbild der Natur würde Welpenspiel nur unter den Geschwistern und mit erwachsenen Tieren innerhalb des blutsverwandten Rudels stattfinden. Bestrebt eine höchstmögliche Verträglichkeit mit Artgenossen zu erreichen, denken manche Welpenbesitzer, sie müssten möglichst viele Kontakte zu verschiedenen anderen Hunden herstellen. Allerdings ist hier nicht die Quantität, sondern die Qualität ausschlaggebend. 

Ein Welpe, der nur eine Handvoll anderer erwachsener Hunde kennengelernt hat, dabei aber durchweg gute Erfahrungen sammeln konnte, hat die besten Voraussetzungen um sich zu einem friedlichen, verträglichen Hund zu entwickeln. Ein anderer Welpe, der mit unzähligen Hunden in Kontakt war und hierbei gelernt hat, dass nicht alle Artgenossen friedlich gesinnt sind, hat bereits eine gewisse Skepsis gegenüber anderen Hunden. Nicht die Anzahl der Hundebegegnungen ist ausschlaggebend, sondern die Anzahl der positiv verlaufenen im Verhältnis zu den nicht positiv verlaufenen. Im Idealfall wählen Sie die Begegnungen so akribisch aus, dass Ihr Welpe ausschließlich positive Hundebegegnungen hat.

Welpenspiel beeinflusst die Entwicklung Ihres Welpen

Genauso verhält es sich in der Welpenschule. Solange das Spiel harmonisch abläuft, sich kein Welpe bedrängt fühlt oder einen anderen bedrängt, kann Welpenspiel sich positiv auswirken. Allerdings kennen Welpen ihre Grenzen noch nicht. Sie testen, wie weit sie gehen können und wann sich der andere beginnt zu wehren. In diesem Moment haben Sie einen Punkt für das Negativkonto Ihres Welpen gesammelt. 

Der Welpe, der über eine längere Zeit aufdringlich geworden ist, ohne eine Maßregelung zu erfahren, hat falsches Sozialverhalten gelernt. Der Lerneffekt ist verschwindend gering und steht in keinem Verhältnis zu der Negativerfahrung des anderen bedrängten Welpen. Ein gutes Sozialverhalten können Welpen nur von erwachsenen Hunden lernen, die ihnen die Regeln lehren, indem sie geduldig aber sehr konsequent die Grenzen aufzeigen. Mehr zum Thema Welpen erfahren Sie im markt.de Ratgeber Was Sie nach dem Welpenkauf beachten müssen.

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