Montag, 23. Dezember 2013

Hundeerziehung mit Respekt: Belohnungsorientierte Erziehung immer beliebter


Erwünschtes verhalten muss adäquat belohnt werden.
© By
Rennett Stowe, via Wikimedia Commons.
Leinenruck, Druck auf die Hinterhand, einschüchternde Körperhaltung und diverse
tierschutzrechtlich kritisch zu betrachtende Hilfsmittel gehören auf den meisten Hundeplätzen inzwischen der Vergangenheit an. Die Erkenntnis, dass Hunde nur dann gerne und motiviert mitarbeiten, wenn sie mit Respekt und ohne Gewaltanwendung trainiert werden, führte zu einem Umdenken bei vielen Hundebesitzern.

Die Philosophie der gewaltfreien Erziehung

Das Grundprinzip ist relativ einfach formuliert. Es geht darum, erwünschtes Verhalten zu fördern. Unerwünschtes Verhalten wird nicht bestraft, sondern durch geschicktes Ablenken, Maßnahmen zur Vermeidung und dem Antrainieren von Alternativverhalten reduziert, bis es überhaupt nicht mehr gezeigt wird. Der Leitgedanke ist, dass ein Hund lohnenswertes Verhalten häufiger zeigen wird als nicht lohnenswertes Verhalten. Wir müssen uns also in unseren Hund hineinversetzen und die Welt aus seinen Augen betrachten. Wodurch wird eine Verhaltensweise lohnenswert? Auch unerwünschtes Verhalten konnte nur dadurch zum Problem werden, dass sie sich für den Hund als lohnenswert erwies. An dieser Stelle liegt es an uns als Hundebesitzer herauszufinden, was eine unerwünschte Verhaltensweise für unseren Hund lohnenswert macht. Dann wird entschieden, welche Maßnahme getroffen werden kann, damit das Verhalten langfristig nicht mehr auftritt.

Die Belohnungsskala

Erst im Kontext mit der Vielfalt an Belohnungen, die es für jeden Hund gibt, kann die gewaltfreie Erziehung zum Ziel führen. Indem wir uns bewusst sind, welcher Reiz welchen Wert auf der Belohnungsskala einnimmt, können wir bedürfnisbefriedigend belohnen. Einen Jagdhund, der sich gerade von einem davonspringenden Reh abgewandt hat nur mit einem Brocken Trockenfutter zu belohnen, wird langfristig dazu führen, dass er sich lieber dazu entschließt, das Reh zu jagen. Es gilt also immer eine adäquate Belohnung zu reichen, die dem Schwierigkeitsgrad der Übung entspricht. Hierbei hilft die Belohnungsskala, auf der die verschiedenen zur Verfügung stehenden Belohnungen entsprechend ihrer Wertigkeit aufgelistet werden. Eine zehnstufige Belohnungsskala könnte beispielsweise so aussehen:

1.       In Mäuselöchern graben
2.       Leberwurstpaste aus der Tube schlecken
3.       Dem Wurfkong hinterherjagen
4.       Mit einem anderen Hund spielen
5.       Eine Handvoll Leckerli im hohen Gras suchen
6.       Von der Leine gelassen werden
7.       Schwimmen im See
8.       Körperkontakt zu seinem Menschen
9.       Ein Brocken Trockenfutter
10.   Ein konditioniertes Lobwort

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