Samstag, 22. Februar 2014

Ist das ein gesunder Hund? Zuchtziele in der Kritik

Möpse haben oftmals Probleme mit der Atmung.
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sannse, via Wikimedia Commons.
Es gibt viele Motivationen, mit Tieren zu züchten. Nutztiere werden auf möglichst gute Leistung gezüchtet, Heimtiere vorwiegend auf äußere Merkmale und Charaktereigenschaften. Jedoch ist nicht alles, was der Mensch als ansprechend empfindet auch physiologisch sinnvoll. 

Die verschiedenen Tierarten haben sich über Millionen von Jahren zu dem entwickelt, was sie heute sind. Wildtiere zeigen nach wie vor körperliche wie auch charakterliche Eigenschaften, die ihnen das Überleben sichern, also vorwiegend praktisch begründet sind. Domestizierte Tiere unterliegen nicht mehr dem Kampf ums Überleben, sodass die Frage nach dem Sinnvollen ins Hintertreffen gerät. Durch Zuchtauslese können also bestimmte Eigenschaften erzielt werden, die in der Natur wenig oder überhaupt keinen Vorteil verschaffen, ja sogar nachteilig sein können. Aber wo sollte man hier die Grenze ziehen? Einige Beispiele sollen zeigen, dass diese Entscheidung nicht leicht ist.

Mops

Weltweit bekannt und beliebt wurde der Mops durch den Film „Men in Black“, wo einer der Nebendarsteller von einem Mops gespielt wurde. Im Alltag haben es Möpse nicht immer so einfach. Ihre kurze Nase und deformierte Atemwege können die Atmung behindern. Sie sind kurzatmig und nur selten lauffreudig. Beim Atmen ist häufig ein Geräusch zu vernehmen, das andere Hunde mit einem Knurren verwechseln können. Auch in Bezug auf seine körpersprachlichen Mittel ist der Mops wegen der vielen Falten deutlich eingeschränkt.

Chinesischer Char Pei

Ebenso wie der Mops hat auch der Char Pei mit Atemwegsproblemen zu kämpfen. Hinzu kommt, dass bei ihm die Falten teils so stark ausgeprägt sind, dass sich dazwischen Entzündungen bilden. Zudem hängt die Haut am Kopf so schwer herab, dass die Augen beeinträchtigt werden und sich hier ebenfalls schmerzhafte Entzündungen bilden können.

Portugiesischer Nackthund

Für Tierhaarallergiker eine gute Alternative, für die meisten Tierliebhaber jedoch definitiv ein Schritt in die falsche Richtung. Im Winter friert er, im Sommer droht Sonnenbrand. Das völlige Fehlen des schützenden Fells macht ihn zudem anfällig für Verletzungen. Ausgelassenes Spiel mit anderen Hunden stellt eine große Gefahr dar, da Krallen oder Zähne im spielerischen Einsatz Wunden verursachen können. Fehlen einem Nackthund sämtliche Haare, also auch die Tasthaare an der Nase und die Wimpern an den Augenlidern, ist er zudem in seiner Empfindung stark eingeschränkt und findet sich beispielsweise im Dunkeln schlechter zurecht.

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