Donnerstag, 28. Januar 2016

Tea-Cup-Hunde: Die große Gefahr bei kleinen Hunden



Sie sind klein und niedlich - nicht nur als Welpen. Sogenannte Tea-Cup-Hunde werden immer beliebter, denn durch ihre geringe Größe sind sie auch für kleine Wohnungen geeignet und 
brauchen - vermeintlich - weniger Auslauf. Doch was steckt eigentlich hinter dem Trend zu immer kleineren Hunden, die man auch problemlos in einer Handtasche tragen kann?

Was ist ein Tea-Cup-Hund?

Kaum größer als der Hausschuh: Tea-Cup-Chihuahuas
Tea-Cup ist ein Kunstbegriff. Unter solchen Hunden versteht man Hunde, die extra klein gezüchtet wurden. Dabei beschränkt man sich auf Zwerghunderassen wie Zwergpudel, Zwergpinscher, Prager Rattler und Chihuahuas. Ein Beispiel:
Der Chihuahua ist die kleinste Hunderasse der Welt und hat bei normalen Exeplaren eine Widerristhöhe von 25-30 cm und ein Gewicht von 2-3 Kilogramm.
Bei Tea-Cup-Chihuahaus wird ein Gewicht von unter 2 Kilogramm angestrebt und eine noch geringere Körpergröße.

 

Was bedeutet das für die Gesundheit?

Kleine Köpfchen mit großen Kulleraugen sind niedlich anzusehen - doch oft ist der Schädel bei Tea-Cup-Hunden zu klein, sodass die armen Tiere ständig Kopfschmerzen haben. Häufig kommt es auch zu Anfällen, die sogar tödlich enden können. Die Augen sind oft gereizt und tränen, es kommt schneller zu Infektionen. Häufig sind auch die Knochen nicht vollständig entwickelt, sodass es zu Gelenk-, Knochen- und Bandscheibenschäden kommen kann.
Aufgrund des kleinen Magens müssen Tea-Cup-Hunde häufiger Nahrung aufnehmen als normale Hunde. 4 - 5 kleine Mahlzeiten am Tag braucht ein Tea-Cup-Hund. Sollte es zu Durchfall oder Erbrechen kommen ist der sofortige Besuch beim Tierarzt Pflicht: Jeder Wasserverlust kann zum Tod führen. Im Normalfall beträgt die Lebenserwartung eines Tea-Cup-Hundes nur 5-7 Jahre, während ein normaler Hund etwa 14-15 Jahre alt wird.

 

Alltag, Unfall, Einsamkeit
Kleiner als eine Sektflasche

Auch der Alltag mit einem Tea-Cup-Hund ist stark eingeschränkt. Sprünge auf das Sofa sind kaum zu bewältigen, bei dem Sprung vom Sofa oder aus dem Bett können die kleinen Knochen brechen. Auch stufensteigen ist kaum möglich, weshalb Tea-Cup-Hunde meistens getragen werden müssen. Besuche auf der Hundewiese oder in einer Hundeschule sind nicht zu empfehlen, viel zu schnell kann es beim spielen mit anderen Hunden zu tödlichen Unfällen kommen. Tea-Cup-Hunde muss man deshalb alleine halten oder mit weiteren Tea-Cup-Hunden, damit sie sozialisiert werden und nicht vereinsamen.

 

 

 

Augen auf beim Hundekauf!

Wir von markt.de sehen die Zucht, Verkauf und Kauf von Tea-Cup-Hunden sehr kritisch. Auch Sie sollten sich fragen, ob Sie unbedingt die noch kleinere Version eines Zwerghundes benötigen. Oft leiden die Hunde stille Qualen und haben Schmerzen; die normalen Freuden eines Hundelebens können sie nicht genießen. Auch ein "normaler" Chihuahua ist schon sehr klein, aber er muss nicht unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen leiden. Grundsätzlich raten wir Ihnen, keine Hunde zu kaufen, die offensichtlich nicht den Rassestandards entsprechen. Letztlich sind Sie als Käufer dazu gefordert, die fragwürdigen Tierhändler zu stoppen: Besteht nach Tea-Cup-Hunden keine Nachfrage, so werden die winzigen Hunde auch nicht mehr produziert.

Bildquellen: alle verwendeten Bilder: Userbild / markt.de.

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