Dienstag, 10. Mai 2016

"Hunde, die bellen, beißen nicht" und andere Klischees

Klischees, Mythen und Vorurteile über Hunde gibt es, solange es Hunde gibt. Und genauso lange sind kluge Köpfe damit beschäftigt, sie zu entkräftigen und den angeblichen Hunde-Experten die Wahrheit zu erklären. Doch weil diese Hundeflüsterer sich ungern belehren lassen und ihr Halbwissen liebe weitergeben als wären es Tatsachen, halten sich einige Gerüchte über Hunde immer noch hartnäckig. Wir haben heute einige bekannte und spannende Geschichten über Hunde zusammengestellt und auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft.

  1. Gerade Jack Russel Terrier können gar nicht genug Auslauf bekommen!
    Quelle: Meli1670 / pixabay.com
    Kleine Hunde brauchen weniger Auslauf als große Hunde.
    Stimmt nicht!
    Die reine Größe des Tiers sagt erstmal nichts über sein Bewegungsbedürfnis aus. Es gibt kleine Hunderassen, die unfassbar viel Bewegung und Beschäftigung brauhen (z. B. Jack Russel Terrier) und genauso gibt es große Rassen, denen die eine oder andere kurze Runde um den Block reicht. Wenn man nach einem Hund sucht, der nicht besonders viel Auslauf braucht, sollte man also nicht ausschließlich nach der Größe gehen.
  1. Hunde, die bellen, beißen nicht.
    Stimmt nicht! In erster Linie ist dies eine Redensart und kein Mythos über Tiere. Es geht darum, dass jemand, der mit Drohungen um sich wirft, diese selten wahrmachen wird. Aber auf irgendeiner Tatsache muss das Ganze doch beruhen? Klar. Hunde, die bellen, beißen nicht. Also zumindest nicht gleichzeitig. Ansonsten kann nicht davon ausgegangen werden, dass dem so ist. Wahrscheinlicher ist sogar das Gegenteil!
  1. Schwarze Hunde sind aggressiver als andere.  
    Stimmt nicht! Das Gen, dass die Haarfarbe bestimmt, hat nichts mit dem Gen zu tun, das das Aggressionspotential beherbergt. Unser Beitrag zum "black dog syndrome" beschäftigt sich ganz mit diesem Vorurteil. Was aber gesagt werden kann: Wer Angst vor schwarzhaarigen Hunden hat, müsste auch Angst vor schwarzhaarigen Menschen haben.
  1. Wie das Herrchen, so der Hund.
    Stimmt teilweise! Stammt vom Sprichwort "Wie der Herr, so 's G'scherr" und bedeutet, dass Hund und Herrchen sich (optisch) sehr ähnlich sind. Es ist überraschenderweise tatsächlich so, dass Halter und Hund sich sowohl vom Wesen, als auch vom Äußeren her, sehr ähnlich sind. Das liegt aber vermutlich daran, dass man sich in aller Regel ein Tier anschafft, das auch zu einem passt. Warum sollte eine ruhige, ältere Dame einen quirligen Jack Russel Terrier halten? Doch natürlich gilt hier, wie immer: Ausnahmen bestätigen die Regel.
  1. Welpen lernen in der Sozialisierungsphase am meisten.
    Quelle: merz_ingbert / pixabay.com
    Ein alter Hund lernt nichts mehr.
    Stimmt nicht! Genauso wenig wie "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr". Letzteres Sprichwort bezieht sich allerdings auf Menschen. Was stimmt, ist, dass Hunde zwischen der vierten und 16. Lebenswoche, der so genannten Sozialisierungsphase, am meisten und am schnellsten lernen. Was sie in dieser Phase negativ verknüpfen, werden sie auch in Zukunft negativ sehen. Trotzdem lernen Hunde, wie auch Menschen, ein Leben lang. Auch im hohen Alter kann man den Tieren noch etwas beibringen. Meistens haben sie dann sogar mehr Ruhe dafür.
  1. Alle Hunde hassen den Postboten. 
    Stimmt teilweise! Es geht im Grunde nicht um den Briefträger an sich, sondern darum, dass da ein Eindringling ist, der immer wieder kommt, obwohl das Tier ihn mit aller Macht verscheuchen will. Der Hund weiß ja nicht, dass der Briefträger in unser Revier eindringen muss, um dem Halter etwas zu bringen, was dieser braucht oder haben will. Er sieht jemanden, der praktisch jeden Tag wiederkommt, obwohl er jedes Mal angebellt wird. Und das mag der Hund natürlich nicht.

So sieht man mal wieder, dass nicht jedes Klischee über Hunde stimmt und das viele Sachen einfach wissenschaftlich widerlegbar sind. Viele Dinge sind nicht so, wie sie auf den ersten Blick scheinen und manchmal sollten wir nachdenken und vielleicht ein bisschen mehr recherchieren, bevor wir etwas als gegeben hinnehmen. 
Sie kennen noch weitere Klischees, Mythen und Vorurteile über Hunde? Schreiben Sie uns in den Kommentaren davon, wir sind gespannt!

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