Freitag, 27. Mai 2016

Maulkorbtraining - braucht der Hund das?

Das Maulkorbtraining wird für Hunde immer wichtiger, da der Maulkorb nicht nur für einige Listenhunde Vorschrift ist, sondern auch immer mehr im täglichen Leben benötigt wird. In vielen deutschen Städten ist es mittlerweise Pflicht, dem Hund während der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln einen Maulkorb anzulegen. Auch in einigen europäischen Ländern ist der Maulkorb in der Öffentlichkeit für alle Hunde Pflicht. Doch wie findet man den passenden Maulkorb? Und wie soll man den Hund bloß an ihn gewöhnen??

Welcher Maulkorb passt zu uns?

Bei der Auswahl des Maulkorbs gilt es einiges zu beachten. Zunächst müssen Sie als Besitzer das Material auswählen: Es gibt Maulkörbe aus Plastik und Metall. Beide haben Vor- und Nachteile. Metall wird im Winter sehr schnell sehr kalt, hält aber länger als Plastik. Hingegen ist Plastik wesentlich leichter und kann ggf. auf die Bedürfnisse des eigenen Hundes angepasst werden, da man sehr einfach einzelne Elemente wegschneiden kann.

Nicht nur Kampfhunde brauchen Maulkörbe!
Bildquelle: fantareis / pixabay.com

Haben Sie sich für ein Material entschieden, kommt die Frage des Veschlusses. Möchten Sie lieber einen Klickverschluss, der zwar lauter ist, aber auch einfach und schnell zu öffnen und zu schließen ist, oder eine Schnalle, bei der es zwar beim Öffnen und Schließen länger dauert, die aber für geräuschempfindliche Hunde geeigneter ist? Diese Entscheidung ist abhängig vom entsprechenden Hund.
Weitere wichtige Aspekte sind die Größe des Maulkorbes und die Bequemlichkeit. Da der Maulkorb für den Hund ein Fremdkörper ist, sollte dieser so angenehm wie möglich sein. Es gibt Maulkörbe in verschiedenen Größen, passend für jeden Hund. Bei ausgewachsenen Hunden eignet sich ggf. sogar eine Maßanfertigung. Die Lefzen und der Fang des Tieres sollten genug Platz im Maulkorb haben und das Tier sollte unbeschwert Atmen und Trinken können. Außerdem zeichnet einen guten Maulkorb aus, dass die Stelle, die auf der empfindlichen Nase aufliegt, gut gepolstert ist. Der Maulkorb darf nicht zu schwer sein, sonst wird er dem Hund schnell unangenehm.
Haben Sie sich für einen Maulkorb entschieden, kommt der nächste große Schritt.

Den Hund an den Maulkorb gewöhnen

Wie bereits erwähnt, ist der Maulkorb ein Fremdkörper für das Tier. Deshalb sollte er von Anfang an positive Gefühle hervorrufen. Sie als Halter müssen dem Tier genau das vermitteln. Wenn der Halter denkt "Du Armer musst schon wieder dieses grässliche Ding tragen", wird der Hund diese Gefühle übernehmen.
Als nächstes kommt es darauf an, wie ängstlich Ihr Hund ist. Wenn Ihr Tier eher zu der neugierigen Sorte gehört, können Sie es direkt Leckerchen aus dem Maulkorb fressen lassen. Ist der Hund eher zurückhaltend und scheu, legen Sie den Maulkorb auf den Boden und Futter bzw. Leckerchen daneben, sodass der Abstand zwischen Kopf und Maulkorb immer kleiner wird.
Ganz wichtig beim Maulkorbtraining sind regelmäßiges Lob und auch Belohnung (z. B. in Form von Leckerchen). Auch das intensive Wiederholen der Übungen trägt maßgeblich zur Gewöhnung bei!

Der nächste Schritt ist, Leckerchen immer tiefer in den Maulkorb hineinzulegen, damit das Tier immer mehr mit seinem Kopf in den Korb muss, um an das Futter zu kommen. Hierbei sollten die Riemen des Verschlusses so seitlich wegliegen, dass sie das Tier nicht stören. Sie sollten bei diesen Übungen weder den Korb zum Hund hindrücken, noch den Korb wegziehen. Der Hund soll sich hier lediglich an das Gefühl des Korbes um seinen Kopf gewöhnen, da dieser das Blickfeld und auch die Bewegungsfreiheit einschränkt. Auch soll der Hund selbst entscheiden, wie lange sein Kopf im Maulkorb verbleibt.

Je mehr Ihr Tier sich an den Maulkorb gewöhnt, desto länger kann er getragen werden. Nach einiger Zeit können Sie versuchen, den Verschluss des Korbes zu schließen, möglichst leise und vorsichtig. Bei den ersten Malen sollten sie den Korb nur kurze Zeit geschlossen halten, etwa 30 bis 45 Sekunden. Dann kann die Zeitspanne auch verlängert werden, alles in Abstimmung mit dem Temperament des Tieres.

Ganz wichtig: Lassen Sie in diesen frühen Phasen den Hund nicht mit dem Maulkorb allein irgendwo stehen. Er wird sich höchstwahrscheinlich unwohl fühlen und versuchen, den Maulkorb "loszuwerden". Bleiben Sie mit dem Tier im Zimmer und geben Sie, durch den Maulkorb hindurch, immer wieder Futter bzw. Leckerchen. 

Belohnungen z. B. in Form von Leckerchen sind unerlässlich.
Bildquelle: Maja Dumat / flickr.com 

Nun muss auch das Gehen mit Maulkorb geübt werden. Wenn Ihr Hund bereit ist, den Maulkorb längere Zeit geschlossen zu tragen, können Sie zunächst in der gewohnten Umgebung des Zimmers, der Wohnung oder des Hauses einige Runden zusammen drehen, damit er sich an das neue Blickfeld gewöhnen kann. Danach können Sie die Runden nach draußen verlagern und die Strecken verlängern. Wichtig ist, dass Sie auch dabei immer loben. Mehr zum Thema "Hunde loben" finden Sie im markt.de-Ratgeber.

Mein Hund mag den Maulkorb gar nicht!

Wenn Sie den Hund zu schnell in den Maulkorb zwingen wollten, kann es passieren, dass es zu heftigen Abwehrreaktionen kommt. Wichtig ist dann, dass der Maulkorb erst abgenommen wird, wenn die Abwehr beendet ist. Auch sollte es währenddessen nicht zu Lob oder Tadel kommen.

Sollte Ihr Hund sich gar nicht auf das Training einlassen, können Sie auch zunächst mit anderen Gegenständen, wie z.B. einer Stoffschleife um die Schnauze, üben. Diese ist wesentlich leichter und kleiner als der Maulkorb und stört ihn vermutlich weniger. Doch auch hier ist das Lob entscheidend. Gehen Sie kleinschrittig vor und zeigen Sie Ihrem Tier, dass der Maulkorb nichts Schlimmes ist!

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